Furzwitze

Der britische Humorforscher Dr. Paul McDonald von der Universität Wolverhampton hat die zehn ältesten dokumentierten Witze der Menschheit aufgespürt. Den ältesten fand er auf einer sumerischen Tontafel, er lässt sich bis auf 2.300 v. d. Z. zurückdatieren:

Was ist seit Urzeiten noch nie geschehen ist: Eine junge Frau pupst nicht in den Schoß ihres Mannes.

Mich irritiert etwas die doppelte Verneinung, deshalb hier die Übersetzung des Wissenschaftlers aus der sumerischen Keilschrift:

Something which has never occurred since time immemorial; a young woman did not fart in her husband’s lap.

Wie auch die genaue Übersetzung lautet, das ist eigentlich kein Witz, denn es fehlt eine Pointe. Es ist einfach eine peinliche Situation, die immer erheitert, sofern sie einem nicht selbst widerfährt: die Hose rutscht herunter, die Toilettentür ist nicht verriegelt, ein Ausrutscher auf einem Hundehäufchen usw. Das sind Scherze, die auch im Slapstick transkulturell funktionieren. Allerdings haben Furzwitze eine Tradition, denn das Ablassen von Winden in Gesellschaft gilt in den meisten Kulturen als unerzogen und peinlich. Aus gesundheitlichen Gründen ist es nur in Zurückgezogenheit erlaubt (siehe Norbert Elias: Der Prozeß der Zivilisation). Bei Kindern sind Pupsscherze sehr beliebt, als Scherzartikel hat sich das Furzkissen gehalten und es gibt auch drei Fart-Machine-Apps. Auch in den Comics und Cartoons von Crumb, Reiser oder in Charlie Hebdo wird gern gefurzt. Hier mein Lieblingsfurzwitz:

Kommt eine ältere Dame zum Arzt „Herr Doktor ich leide unter starken Blähungen. Das Gute daran ist allerdings: Man kann sie nicht hören und sie riechen auch nicht. Seit ich bei ihnen im Zimmer bin, habe ich bestimmt schon sechs Winde fahren lassen.“ Der Arzt verschreibt der alten Dame Pillen. Eine Woche später kommt sie wieder zum Arzt und sagt: „Herr Doktor was haben sie mir da für Pillen aufgeschrieben, meine Pupse stinken jetzt wie die Pest!“ Darauf der Doktor: „Gut, ihre Nase funktioniert wieder, jetzt verschreibe ich noch etwas für ihr Gehör!“ (10.12.2016)

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