Super 8

Einen halben Schrank habe ich voller Weißblechdosen mit Super-8-Filmen, die einmal im Jahr geöffnet werden, um etwas Glyzerin hinein zu träufeln. Viele geben Geld aus, um ihre Filme zu digitalisieren, aber eine CD oder DVD hat vermutlich eine kürzere Lebensdauer als die Azetat- oder Polyester-Streifen. Die laufen perfekt durch den Beaulieu-Projektor, die Farben sind erhalten, nur die Magnet-Tonspuren hören sich grauselig an. Die Super-8-Technologie mit Kameras, Projektoren und Schneidegeräten ist von der Bildfläche verschwunden, nur im Web existieren noch einige Widerstandsnester. Ein eindrucksvolles Beispiel für Medienwandel: Super-8 wurde verdrängt durch die Videokamera, diese dann durch den Camcorder. Vor einigen Monaten haben ich alte Disketten und Videobänder entsorgt: Die mediale Entrümpelung in einer Generation zeigt, wie schnell der Medienwandel verläuft. Den Charme der Super-8-Technologie kann man im Film „Super 8“ nacherleben, wo Jugendliche einen Zombie-Film drehen. Auch in meinen Blechdosen liegen derartige Eigenproduktionen und ich erinnere mich an die Nächte, in denen ich die Filme zusammen geschnitten habe. (25.06.2014)

2014-06-25 09.00.08

Auf der Müllhalde des Medienwandels: Super-8-Filme.

Ein Kommentar zu Super 8

  1. Max Steinacher 25. Juni 2014 at 15:11 #

    Die Vorführung eines originalen 8mm-Filmes (ohne Ton, selbst kommentiert) kann zum Höhepunkt einer Party werden

    weiß
    Max Steinacher

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