Totentänze

Auf dem Alten Friedhof in Freiburg/Breisgau kann man in der Vorhalle der St. Michaelskapelle einen Totentanz anschauen. Schon als Schüler habe ich mich dort gern aufgehalten, habe die Gemälde betrachtet und die Verse dazu gelesen. Die Darstellung stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Simon Gröser. Mehrfach wurden die Bilder restauriert, die letzte auch bereits wieder restaurierte Fassung stammt von Wolfram Köberl aus dem Jahre 1963. Aber der barocke Touch ist geblieben: Ungeachtet des Alters und des Standes holt sich der Tod seine Opfer. Was mich an Totentänzen fasziniert, ist die archaisch-naive Präsenz des Wissens um unsere Sterblichkeit im öffentlichen Raum: mors certa, hora incerta. Anders ist das noch heute in der mexikanischen Kultur, wo man um den Día de los muertos Gebeine und Totenschädel überall und in allen Formen sehen kann. Bei uns sieht man Skelette nur noch im Horrorfilm oder ausgiebig bei „Bones“. Sogar den Totenschädel als Warnzeichen findet man nur noch selten und in der aktuellen Gestaltung erinnert er eher an einen Affen als an einen Menschen. (11.07.2014)

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Der Tod erlöst vom Kreuz der Ehe: Motiv aus dem Freiburger Totentanz. Quelle: tumblr.  Daneben das Piktogramm für tödliche Chemikalien: Giftig für Affen? Darunter: In einem Cafe in Oaxaca de Juárez. Foto: Max Steinacher

Ein Kommentar zu Totentänze

  1. England and Scotland on Wikipedia 26. Juli 2014 at 11:31 #

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