Paronyme

Mit diesem schönen griechischen Fremdwort werden Wortpaare bezeichnet, die innerhalb einer Sprache lautlich und/oder semantisch ähnlich und damit verwechselbar sind. Paronyme führen gern zu Missverständnissen, vor allem bei Personen mit geringem Bildungsstand und geringer Sprachkompetenz. Paronyme kommen in der mündlichen Alltagskommunikation (84%) und der fachsprachlichen Kommunikation (16%) vor (Storjohann, 2029).

Hier ein paar Beispiele aus der mündlichen Alltagskommunikation:

  • kindlich = dem Kinde angemessen – kindisch = albern und unreif
  • lebenslang = ein ganzes Leben lang – lebenslänglich = unbefristete Haftstrafe (mindestens 15 Jahre)
  • sensibel = feinfühlig, empfindsam – sensitiv = überempfindlich, dünnhäutig

Auch in Fachtexten kommen gern Verwechslungen vor, obwohl man in der Fachsprache eindeutige Wörter erwartet. Einige häufige Beispiele:

  • effektiv = wirksame Zielerreichung  – effizient = mit wenig Aufwand
  • anscheinend = vermutlich – scheinbar = es scheint nur so, ist aber anders
  • autoritär  = auf unbedingten Gehorsam pochend – autoritativ = auf Kompetenz und Autorität beruhend
  • universal = das All oder die Gesamtheit betreffend  – universell = vielseitig verwendbar
  • rational = vernünftig, verständig – rationell = wirtschaftlich, zweckmäßig
  • Methode = Vorgehen, Verfahren –  Methodik = Gesamtheit von Verfahren und Vorgehensweisen

Das Leibniz- Institut für Deutsche Sprache stellt online ein Paronymwörterbuch zur Verfügung, in dem Bedeutungsunterschiede nachgeschlagen werden können: https://www.ids-mannheim.de/lexik/paronymwoerterbuch/ (12.10.2026)

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