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John Dewey

 

Willkommen!

Mein Blog beschreibt, analysiert und bewertet Phänomene unserer Kommunikationskultur. Er soll die Augen und die Ohren für unsere sprachliche und visuelle Umwelt schärfen. Für mich ist er eine zwanglose Spielwiese für zufällige Entdeckungen und anfallende Gedanken.

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Schlagerbooom (27.6.2026)

Der Schlager als kulturelles Phänomen wird von Intellektuellen verachtet und gemieden. Soziologisch ist diese Gattung aber durchaus ein interessanter Seismograf gesellschaftlicher Verhältnisse. In einem Bändchen über Schlager von Rainer Moritz steht der Satz: „Der Schlager fungiert als Krückstock und Gleitmittel der Gesellschaft.“ (S. 85). Schlagerevents füllen riesige Hallen, ein altersmäßig durchmischtes Publikum singt mit, klatscht, umarmt sich, tanzt und schwenkt das Smartphone. Die Grenzen zu Pop, Chanson, Rap, Rock, Musical, Volksmusik usw. sind nicht so sauber zu ziehen, wie es manche Puristen gern hätten. In der Schlager-Show treten auch Mireille Mathieu, Anastacia, Wincent Weiß und David Garrett auf (der fidelt ja überall).

Es wäre eine schöne Aufgabe, die Texte einmal inhaltsanalytisch zu untersuchen. Die Themen der Texte sind universal: eine entstehende Liebe, eine unerfüllte Liebe, das Loblied auf einen Partner oder eine Partnerin, das Auseinanderleben und die Trennung, gern auch Eifersucht. Und dann noch die Liedchen, die schlicht Lebensfreude ausdrücken sollen: Sommer, Sonne, Strand. Oft haben die Texte einen sexuellen Subtext, der durchaus die geltenden Normen unterläuft, aber erst in den Gehirnen der Zuhörenden entsteht („Ein Bett im Kornfeld“., „Warum hast du nicht nein gesagt?“). Neu ist die Berücksichtigung sexueller  Varianten. Homoerotik ist nicht mehr tabu. Manche Texte lassen es offen, ob eine Frau, ein Mann oder eine diverse Person besungen wird. Oft haben die Texte einen sexuellen Subtext, der durchaus den geltenden Normen nicht entspricht, und erst in den Gehirnen der Zuhörenden entsteht: „Ein Bett im Kornfeld“ (Jürgen Drews), „Joana, geboren um Liebe zu geben“ (Roland Kaiser), „Warum hast du nicht nein gesagt?“ (Kelly/Kaiser). Während sexuelle Anspielungen früher eher diskret waren, wird man sprachlich heute deutlicher: „Wir lagen im Sand, die Unschuld verschwand“ (Meite Kelly). Oft werden Frieden und Harmonie in den Liedern beschworen: „99 Luftballons“ (Nena).

Der Prototyp der Schlagersängerin ist immer noch blond, schlank und hochbeinig (Helene Fischer, Vanessa Mai, Michelle, Melissa Naschenweng), aber Abweichungen sind inzwischen gern gesehen (Meite Kelly, Kerstin Ott). Stimme und Performance sind bei einigen Schlagerkünstlern durchaus beeindruckend. Bei einem Vergleich von Anastacia mit Andrea Berg oder Helene Fischer schneiden die deutschen Sängerinnen nicht schlecht ab. Nur die Lieder sind meist dürftiger, die Musik ist vorhersehbar, alles klingt irgendwie ähnlich.

Es gibt einige Beiträge, die für das Bierzelt geeignet sind, man kann mitsingen, mitschunkeln, Handyschwenken, tanzen. Die Melodien bleiben sofort im Ohr, die Texte sind an Einfalt kaum zu unterbieten: „Wie viele Hände hat der Octopus“ (Mountain Crew), „Hulapalu“ (Rampensau Andreas Gabalier), „Cordula Grün“ (Die Draufgänger). DJ Ötzi bleibt die Partystimmungskanone („Tirol“, „Love, Peace & Vollgas“). Oft sind es nur Singsilben, die weiter keine kognitive Verarbeitung verlangen: „Uh La La“ (Meite Kelly), „Hodi odi ohh di ho di eh“ (Gabalier), eine lyrisch fast anspruchsvolle Lautreihe. „Tralala“ und „Trulala“ sind ja auch beliebte Bestandteile von Volksliedern.

Es herrscht ein hoher Grad der Emotionalisierung. In jeder Sendung wird ein Comeback oder ein Abschied von der Bühne zelebriert. Es wird an kranke oder verstorbene Künstler mit ihren Beiträgen erinnert. Trotz hoher Trennungs- und Scheidungsraten im Schlagermilieu werden die Werte der Familie hochgehalten: Grüße an die Oma, an die Kinder, an den Ehemann, die aktuelle Geliebte (extrem in der Zarrella-Show). Oft fließen Tränen der Trauer oder der Rührung. Florian Silbereisen kämpft oft mit den Tränen, was ihn durchaus sympathisch macht.

Eine Schlagershow füllt riesige Hallen und Stadien mit Menschen, die ein einheitliches kollektives Verhalten zeigen, wie man es auch bei Fußballspielen beobachten kann. Kein technischer Aufwand wird gescheut: LED-Wände, Lasereffekte, Pyrotechnik, Windmaschinen, Konfettikanonen, Nebelwerfer, Hydraulische Podien, Luftballons, Drohnen usw. Oft überlagert die Präsentation völlig die Interpreten, sie sind nur noch Statisten der Bühnentechnik. Und Florian Silbereisen moderiert versiert mit immer denselben Sprüchen: „Was ist das für eine Stimmung!“ (28.06.2026)

Lektüre: Rainer Moritz: Schlager. 100 Seiten. Ditzingen: Reclam, 2019.

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Looksmaxxing

Dass Männer, insbesondere Jugendliche, bei Frauen gut ankommen wollen, ist weder verwunderlich noch abartig. Welche Methoden sie dabei einsetzen, allerdings schon. Der Trend zur Selbstoptimierung setzt an Äußerlichkeiten an, besonders das Gesicht muss stimmen. Websites bieten einen Gesichtscheck an, bei dem das Aussehen mit verschiedenen Skalen bewertet wird.  Nach welchen Kriterien dies erfolgt, kann man nur erschließen: Augenabstand, Nasengröße, Gesichtssymmetrie, Frisur, Hautreinheit usw. Das Schönheitsideal ist sichtlich eurozentrisch ausgerichtet. Danach werden Tipps zur Optimierung gegeben, die von kosmetischen Anwendungen bis zu chirurgischen Eingriffen gehen. Extremes Beispiel: Es wird empfohlen, sich mit einem Hammer bestimmte Gesichtsknochen zu brechen, damit sie zu einer markanteren Kieferpartie zusammenwachsen. Bei vielen Empfehlungen zu Hormonen, Salben oder anderen Hilfsmitteln stehen finanzielle Interessen dahinter, die das mangelnde Selbstbewusstsein der Jugendlichen ausnutzen. 

Ob die Maßnahmen bei Frauen tatsächlich erfolgreich sind, darüber gibt es keine Informationen. Letztlich unterstellt es ihnen, die Partnerwahl nur auf Äußerlichkeiten auszurichten, was seriösen Erhebungen widerspricht. Optische Attraktivität spielt zwar beim Kennenlernen durchaus eine Rolle, verliert aber beim Entstehen einer Bindung schnell an Bedeutung. Dann werden Persönlichkeitsmerkmale wie Freundlichkeit, Empathie, Intelligenz, Humor, Zuverlässigkeit wichtig. Die maskulinen Selbstoptimierer setzen also auf das falsche Pferd. Sie sollten sich besser um Werte wie Anstand, Moral, Verantwortung, Bildung bemühen. Dann klappt es auch mit der Nachbarin. (27.06.2026)

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Sprachwandel

Wie viele orthografische und syntaktische Fehler würde ein strenger Korrektor oder Lektor in folgendem Text aus Goethes »Die Leiden des jungen Werther« anstreichen. Der Text wurde 1774 geschrieben.

Du fragst, ob Du mir meine Bücher schikken sollst? Lieber, ich bitte dich um Gottes willen, laß mir sie vom Hals. Ich will nicht mehr geleitet, ermuntert, angefeuret seyn, braust dieses Herz doch genug aus sich selbst, ich brauche Wiegengesang, und den hab ich in seiner Fülle gefunden in meinem Homer. Wie oft lull ich mein empörendes Blut zur Ruhe, denn so ungleich, so unstet hast Du nichts gesehn als dieses Herz. Lieber! Brauch ich Dir das zu sagen, der Du so oft die Last getragen hast, mich vom Kummer zur Ausschweifung, und von süsser Melancholie zur verderblichen Leidenschaft übergehn zu sehn. Auch halt ich mein Herzgen wie ein krankes Kind, all sein Wille wird ihm gestattet. Sag das nicht weiter, es giebt Leute, die mir’s verübeln würden.

Es fällt sofort auf, dass vor allen die Schreibweise und Flektion von Wörtern sich verändert; schikken, angefeuret, syn, giebt, Herzgen, lullen. Die Syntax nimmt sich zwar rhetorische Freiheiten, aber ist auch heute noch akzeptabel. Der Satzbau verändert sich deutlich langsamer als der Wortschatz. Einige Entwicklungen kann man derzeit beobachten:

  • In der Umgangssprache wird der Verlust des Genitivs nach bestimmten Präpositionen beklagt: „Wegen dem schlechten Wetter….“. Noch wird der Dativ in der Schriftsprache als Fehler angestrichen, aber wie lange noch?
  • Eine umgangssprachliche Satzkonstruktion besteht aus einem Hauptsatz nach den Konjunktionen „weil“ und „obwohl“, wobei das finite Verb nicht wie bei einem Nebensatz am Ende steht: „Ich komme später, weil ich steht noch im Stau.“
  • Besonders in der Jugendsprache sind Konstruktionen beliebt, bei denen Artikel oder Präpositionen wegfallen: „Ich gehe Kino.“ Derartige Konstruktionen gibt es bereits in der Standardsprache: „Wissen ist Macht“, „Ich bevorzuge Kaffee.“
  • Ein letztes Beispiel betrifft die im Deutschen beliebte Prädikatsklammer. Statt: „Er hat ein Haus mit riesigem Grundstück gekauft“, wird gebräuchlich: „Er hat ein Haus gekauft mit einem riesigen Grundstück.“ Hier wird das zweiteilige Prädikat „hat…gekauft“ nicht auseinandergerissen. Für ein flüssiges Verstehen ist die Konstruktion sinnvoll. In anderen Sprache wie z.B. Französisch ist diese Konstruktion normgerecht: „Il a acheté une maison avec un immense terrain.“

Ob sich derartige syntaktische Abwandlungen aus der Umgangssprache in geltende Normen umsetzen, das wird sich erst noch zeigen. Auch die starke Konjugation ist weitgehend verschwunden, niemand sagt mehr: „Das Lagerfeuer glomm noch bis lange in die Nacht.“ (17.06.2026)

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Falsche Bewegung

In William Shakespeares Drama »Romeo und Julia« ist Julia zu Beginn 13 Jahre alt. Da sie mit Romeo eine Liebesnacht verbringt, liegt ein Fall des Missbrauchs von Minderjährigen vor. Derartige Theaterstücke sollte man dem heutigen Publikum nicht zumuten, deshalb wenn schon nicht verbieten, doch wenigstens Passagen streichen oder umschreiben.

Ein Roman wie «Lolita« von Vladimir Nabokov gehört schon lange auf einen Index für unmoralisches Schrifttum: Das arme Mädchen ist zu Beginn des Romans 12 Jahre alt, als sie für Humbert zum Objekt der Begierde wird.

Und dann natürlich die Filme, in denen andauernd geraucht und getrunken wird, z.B. von Humphrey Bogart, der als Kettenraucher in seinen Filmen ein schlechtes Beispiel für die Jugend darstellt. Mit Hilfe von KI kann man die Glimmstängel in allen Aufnahmen digital entfernen.

Nur drei Beispiele für die Aufgabe, unser Kulturgut sauber zu halten! (05.06.2026)

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Lackaffe

Unseren Kanzler Friedrich Merz darf man Pinocchio nennen, das ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, obwohl man eine lange Nase bei Merz noch nicht beobachtet hat, wahrscheinlich, weil er nie lügt. Das Amtsgericht Heilbronn hat aber einen Strafbefehl wegen Beleidigung in einem Kommentar auf Facebook erlassen, in dem Merz als Lackaffe bezeichnet wurde. Ob ein Tiervergleich eine Meinungsäußerung oder eine Ehrverletzung darstellt, ist stark vom Kontext abhängig: ein „armes Schwein“ geht als Meinungsäußerung durch, aber mit einer „Drecksau“ wird es kritisch. Als Affe wird eine affektierte, alberne Person bezeichnet, Lackaffe legt noch eins drauf: Als „lackiert“ wird eine übertrieben geschminkte Person bezeichnet, dann in übertragenem Sinn ein geschniegelter, eingebildeter, eitler Mann. Auf unseren Kanzler passt das auch nicht so recht, da muss man sich noch treffendere Beschimpfungen ausdenken. (29.05.2026)

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Krumm gewachsen

Nicolas Andry de Boisregard (1658 – 1742) war ein Wissenschaftler der Aufklärung, den ein turbulentes Leben und vielseitiges Forschen auszeichnet.

Er studierte zunächst Theologie, Nach zwei Jahren wechselte er zur Medizin. 1689 veröffentlicht er ein Buch über die französische Sprache, in der er sich die Grammatiker wandte, die die Sprache normieren wollten, er vertrat eine sehr moderne Ansicht: Sprache entwickelt sich im natürlichen Gebrauch, sie sollte nicht durch Wissenschaftler reglementiert werden. 

Seine Dissertation hat den lateinischen Titel: „An in morborum cura, hilaritas in medico, obedientia in aegro“. Auch hier ein origineller Ansatz: Ein Heilerfolg ist von der Heiterkeit des Arztes und dem Gehorsam der Patienten abhängig.

Medizingeschichtlich leistete er Pionierarbeit auf zwei Gebieten: der Parasitologie und der Orthopädie. Er experimentierte mit dem gerade von Antonie van Leeuwenhoek erfundenen Mikroskop und schrieb einen Bestseller über Organismen im menschlichen Körper, vom Bandwurm bis zum Spermium.

Und von Boisregard stammt auch das Wort „Orthopädie“, er benutze es in einem Buchtitel (1741) für die Prävention und Behandlung körperlicher Deformitäten bei Kindern. Eine Abbildung in seinem Buch zeigt einen Baum, dessen krummer Wuchs durch Seile korrigiert wird. Dieses Bild wurde im Logo der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) verwendet und ist bis heute in Logos orthopädischer Praxen zu finden. (24.05.2026)

Die Abbildung im Buch von Boisregard, das Logo der DGOOC und ein aktuelles Praxislogo. Dabei ist eine fortlaufende Schematisierung zu erkennen. Quellen: Wikimedia Commons, Website DGOOC, https://xn--orthopdie-am-wasserturm-07b.de/

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Stickersammlung

Seit Jahren sammle ich Aufkleber/Sticker und habe viele interessante Funde in meinem Blog dokumentiert. Bisher habe ich es aber nicht geschafft, meine Funde zu ordnen, d.h. zu kategorisieren und daraus theoretische Schlussfolgerungen zu ziehen. Das ist auch nicht so einfach, wie jetzt eine Ausstellung „Sammlungen erzählen“ zeigt, die als Abschlussarbeit von Max Gallenkamp kuratiert wurde. Sie besteht aus einem physischen und einem digitalen Teil. Der physische Teil befindet sich im „Forum Wissen“, einem Wissensmuseum der Göttinger Universität. Hier sind die 14 teilnehmenden Sammlungsgebiete repräsentiert. Der digitale Teil befindet sich auf einer Website auf der die Sammlungsobjekte abgebildet und erläuternde Texte eingestellt sind, ein Sammelgebiet betrifft Aufkleber, die in mehrere Kategorien unterteilt sind. Wer sich für das Medium Aufkleber im öffentlichen Raum interessiert, sollte sich dort einmal durchklicken. (23.05.2026)

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G’mütswegle

In Tübingen wurde am 25.4.26 ein „G’mütswegle – Pfad für mentale Fitness“ eröffnet. Fünf Stationen im Wald bieten Übungen 1. zur mentalem Zufriedenheit, 2. Magie des Gebens, 3. Balance der Stärken, 4. positive Emotionen und 5. Achtsamkeit und innere Ruhe. Da kann man nur hoffen, dass viele Menschen diesen Weg gehen.

Das schöne alte Wort „Gemüt“ wird modern als mentale Fitness übersetzt. Gemüt bezeichnete einmal das Empfindungsvermögen als Zusammenspiel aller Sinneseindrücke. Dann wurde die Bedeutung zunehmend ungenauer und lässt sich nur umschreiben als psychische Verfassung, Gefühlswelt, emotionale Empfänglichkeit. Man führt sich etwas zu Gemüte oder es schlägt einem etwas aufs Gemüt. Und man liebt Gemütlichkeit, die nicht zuletzt durch das Ambiente eine behaglich angenehme Stimmung erzeugt.

Dass ein Aufenthalt im Wald entspannend und die Sinne anregend sein kann, ist keine neue Erkenntnis, aber sie kommt jetzt als Lifestyle daher, als Forest Bathing oder Microadventure. Auch hier fällt auf: Ohne Anleitung von Experten geht gar nichts mehr. (29.04.2026)

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Be you

Ohne Ratgeberliteratur wird das nichts mit der Ausbildung einer Persönlichkeit. Für jede Komponente einer modernen Individualität kann man sich Tipps holen: Selbstmanagement, Gelassenheit, Erfolg und Effektivität, Lebensfreude, Kommunikation, Selbstmotivation, Selbstvertrauen, Achtsamkeit, Ausstrahlung und Attraktivität,  Originalität und Kreativität usw. Offenbar ist es nicht mehr möglich, durch Erfahrungen, Erlebnisse, Begegnungen, Lebenskrisen eine Persönlichkeit zu entwickeln, dazu sind Consulting, Coaching und Training notwendig.

Ganze Bücherständer bieten Hilfen zur Persönlichkeitsbildung an, im Internet findet man Ratgeber für alle Lebensbereiche. Dass ich Ratgeber von Frau Wlodarek abbilde, ist reiner Zufall, es gibt zahlreiche andere Autoren und Autorinnen. Den Büchern entspricht ein offenbar florierender Psychomarkt mit Seminaren, Workshops, Online-Kursen, Podcasts usw. Natürlich kann man mit derartigen Angeboten gut Geld verdienen, aber dazu muss es auch eine ausreichende Nachfrage geben. Das Bedürfnis nach Selbstoptimierung ist wohl sehr groß. (24.04.2026)

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