Of all affairs,
communication is the most wonderful.

John Dewey

 

Willkommen!

Mein Blog beschreibt, analysiert und bewertet Phänomene unserer Kommunikationskultur. Er soll die Augen und die Ohren für unsere sprachliche und visuelle Umwelt schärfen. Für mich ist er eine zwanglose Spielwiese für zufällige Entdeckungen und anfallende Gedanken. Man kann meinen Blog abonnieren.

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Bud Spencer

Von seinen schauspielerischen Fähigkeiten hat er selbst nicht viel gehalten und tatsächlich konnte er nur einen Typ spielen, den aber perfekt. Ich habe damals die Prügelfilme angeschaut, heute sind sie mir eher peinlich. Die Stories arg einfältig, die deutsche Synchronisation dümmlich. Bei den Schlägereien kann man die Choreografie bewundern, mit denen die Gegner zu Boden gingen, obwohl die Schläge bei genauem Hinsehen in die Luft ausgeführt wurden. Im Wikipedia-Artikel zu Bud Spencer wird von aufwändig inszenierten Prügelszenen gesprochen. Bei den Aufnahmen soll es aufgrund Spencers starker Kurzsichtigkeit allerdings gelegentlich zu echten Treffern gekommen sein. Die ersten Filme wurden verbal aufgerüstet, aber die Schlägereinen wurden wegen Brutalität deutlich gekürzt. Bud Spencer spielte einen Typ, der sich dem Unbehagen in der Kultur durch grobe Missachtung von Konventionen entzog. Deshalb ist er wohl vielen so sympathisch und man würde gern noch ein letztes Bier (Budweiser) mit ihm trinken. (29.06.2016)

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Ciao! Stencil aus Berlin Kreuzberg 2008. Quelle: https://www.flickr.com/photos/berlin-streetart/2396919080

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Skript: Wissenschaftliches Arbeiten

Das Skript „Wissenschaftliches_Arbeiten“ habe ich zuletzt im SS 2012 in einem virtuellen Seminar über Moodle eingesetzt. Die Veranstaltung diente der Vorbereitung der Studierenden auf die Bachelorarbeit im Studiengang „Journalismus und public Relations“ an der Westfälischen Hochschule, deshalb oft Bezüge zu diesen Disziplinen. Vorsicht: Die Angaben zur Recherche im Web und die aufgeführten Links sind nicht mehr alle aktuell. (28.06.2016)

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Vogel und Wurm

Das Sprichwort „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist wahrscheinlich die Übersetzung einer englischen Redensart: „The early bird catches the worm“, die bereits 1670 in einem Buch vorkam (genau nachrechechieren konnte ich das heute nicht). Eine schöne Interpretation des Sprichworts auf Youtube.

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Jürgen und Irina mit philosophischen Reflexionen an einer Tübingen Hauswand (vergrößern durch Anklicken). Foto: St.-P. Ballstaedt (28.06.2016)

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Skript: Eine kurze Einführung in die Psychologie

Meine Skripte für vergangene Lehrveranstaltungen werde ich sukzessive unter Downloads bereitstellen. Heute eine „Kurze Einführung in die Psychologie, die ich mehrere Jahre lang in Studiengängen der Logopädie eingesetzt habe. Es ist der Versuch, eine erste Orientierung über eine pluralistische Wissenschaft zu geben, die weder inhaltlich noch methodisch einheitlich ist. (27.06.2016)

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Steuerflucht

In einer Sprachglosse im SPIEGEL spießt die Journalistin und Schriftstellerin das Wort „Steuerflucht“ auf. Es „vermittelt so erfolgreich die Assoziation einer existenzbedrohenden Gefahr, dass der Steuerflüchtling inzwischen der einzige geworden ist, der schrankenlosen europäischen Schutz genießt.“ Zielländer sind Steueroasen oder Steuerparadiese, aus denen es richtig gemein wäre, jemanden zu vertreiben, der dann auch unter der Last der Steuern zu leiden hätte. Das nennt man Euphemismen, Wörter, die Sachverhalte verschleiern und beschönigen. Steuerhinterziehung klingt illegal, Steuervermeidung fast schon wieder sympathisch. (26.06.2016)

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Brexit

Man mag den Briten nachtrauern oder nicht, aber endlich bekommt die EU einen „Weckruf“, wie Herr Martin Schulz festgestellt hat. Was ja wohl bedeutet: Vorher hat sie geschlafen. Immer in Sorge um die Märkte, die globalen Konzerne und die Finanzströme hat man sich um soziale Ungleichheiten, Jugendarbeitslosigkeit, Steuervermeidung usw. wenig gekümmert. Und spätestens in der Flüchtlingspolitik hat sich der Wertegemeinschaft blamiert, denn jeder kocht sein nationales Süppchen. (24.06.2016)

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In der Europakarte als politische Karikatur (etwa 1870, zum Vergrößern anklicken) sind England und Schottland isoliert, gemeinsam halten sie Irland an der Kette und schauen giftig auf den Kontinent. – Darunter eine aktuelle Karikatur. Quellen: Wikimedia Commons und www.anticapitalistes.net

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Einhörner

Mit dem dreisprachigen Jugendkanal Tilllate.com schmeißt sich die Schweizer Gratis-Pendler-Zeitung „20 Minuten“ sprachlich und thematisch an „die jungen und urbanen Leser“ ran: Urlaub, soziale Netzwerke, Festivals, Partys, Sex, Livestyle, Selfies und Werbekampagnen. Ein paar hübsche Beispieltitel: Auch Blinde wollen Pornos schauen; Für 100 Likes gibt es ein Tittenfoto; Anleitung zum One-Night-Stand; Die gängigsten Partylügen der Welt; 300 Mädchen und kein einziger BH; Das macht man nur im Suff; Nackte haben in deiner Präsentation nichts verloren. Ja, so ist die Jugend! (21.06.2016)

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Kecke Werbung für das Handyspiel „Robot Unicorn Attack“ in der Printausgabe von „20 Minuten“. Scan: St.-P. Ballstaedt

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Handtaschenraub

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Das Warnschild ist aus Tallinn, der Hauptstadt von Estland, aber wäre auch in Deutschland an vielen Stellen angebracht, denn der Handtaschenraub hat sich zu einer verbreiteten Kriminalitätsform entwickelt. Foto: Max Steinacher (19.06.2016)

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Zügeln

Keine Reise in die Schweiz ohne einen Helvetismus als Mitbringsel. In der Gemeinde Hinterkappeln ist ein Neubau geplant, aber auf dem Baugelände lebt die seltene Gemeine Schließmundschnecke. Jetzt müssen die geschützten Tiere zügeln, d.h. umziehen, sie werden eingesammelt und umgesiedelt. Das Verb „zügeln“ habe ich in einem Artikel in der Gratiszeitung „20 Minuten“ gefunden, in dem Zitat des zuständigen Architekten Daniel Messerli: „Bei Bauvorhaben gibt es immer wieder Unvorhergesehenes – dass man aber Schnecken zügeln muss, habe ich noch nie erlebt.“ In Deutschland werden die Triebe oder die Inflation gezügelt, hier im Sinn von gebändigt, aber die Schweizer Bedeutung „umziehen“ ist sogar im Duden vermerkt. Da die Schnecken ihr Haus mitnehmen dürfen, ist der Umzug wohl tierschutzmäßig vertretbar. (16.06.2016)

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Eine Auswahl von Schließmundschnecken (Clausiliidae) aus L. Forcart (1947): Schnecken und Muscheln. Hallwag-Verlag (S.49). Die Tafel hat E. Hunzinger gestaltet. Scan: St.-P. Ballstaedt

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Wortcollagen

Die Schriftstellerin Herta Müller gehört zu den Wortsüchtigen, die schon in ihren Texten Wörter nach dem Sinn abklopft, den sie in den Köpfen auslösen. Seit Jahren schneidet sie Wörter aus Zeitungen und Zeitschriften aus, sammelt sie in einem Wörterschränkchen und klebt sie auf einem Wörtertisch zu Kollagen zusammen. Sie schreibt sozusagen mit gefundenen Wörtern. Dabei hat sie ein feines Gespür für die sinnliche Seite eines Wortes, seine ästhetische Qualität, für sie gibt es schöne Wörter (z.B. Karussell), aber ihre Aufmerksamkeit gilt vor allem den Wörtern, die durch den Gebrauch unerträglich, schwer oder ungeliebt geworden sind, dazu zählt sie z.B. „mächtig“ oder „Grenze“. Ein Wort ist ja nur ein Laut- oder Grafikgebilde, das seine kommunikative Bedeutung erst durch den Gebrauch erhält. Die Gedichtbilder sehen aus wie Erpresserbriefe und ihr Sinn erschließt sich nicht beim einfachen Lesen, sie regen eher zum Assoziieren an, zum Aufspüren von Bedeutungen. (15.06.2016)

Wortcollage

Da ich kein lizenzfreies Bild auftreiben konnte, hier ein Foto von ein paar zufällig ausgedruckten Collagen auf meinem Stehpult. Foto: St.-P. Ballstaedt

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