Charlie Hebdo

Es gehört zu den unerwarteten Folgen des Attentats auf die Redaktion der Satirezeitschrift, dass sie seitdem so viel Gewinn gemacht hat, dass sie jetzt sogar mit einer deutschen Ausgabe startet. Das ist mutig, denn den vulgären, unkorrekten, antireligiösen und mehrdeutigen Humor der Blattmacher dürften in Deutschland nur wenige Personen goutieren. In Tübingen wird über einen läppischen Papstwitz auf einer Feuerwehrsause wochenlang entrüstet in den Leserbriefen diskutiert! In der ersten Ausgabe gibt man sich Mühe, auf deutsche Verhältnisse einzugehen, aber die zahlreichen Merkel-Karikaturen finde ich etwas flach und nur begrenzt witzig. Die vierseitige Text-Bild-Reportage mit Interviews zur Befindlichkeit der Deutschen ist treffend, aber es fehlt der Biss und eine französische Sicht auf uns Deutsche. Trotzdem Bienvenue! Eine Bereicherung neben der Titanic und Eulenspiegel, die mir oft zu brav sind. Aus dem Mission Statement von Charlie: Charlie Hebdo c’est un coup de poing dans la gueule. Contre ceux qui nous empêchent de penser. Contre ceux qui ont peur de l’imagination. (04.12.2016)

hamilton

Typisch Charlie Hebdo: wenig feinsinnig und entlarvend. Eine Karikatur von Vuillemin aus der ersten deutschen Ausgabe.

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