Bildbearbeitung

Noch haben wir das Foto des toten syrischen Jungens am Mittelmeerstrand im Kopf, jetzt erregt wieder ein Foto die Gemüter: Ein Retter von Sea-Watch hat ein ertrunkenes Baby aus den Meer gefischt und trägt es mit dicken Schutzhandschuhen auf seinen Händen. Das Bild erinnert an die Darstellungen der Pietà. Zeigen darf ich es in meinem Blog nicht, REUTERS hat die Rechte, aber man findet es im Web, z.B. beim Tagesspiegel in einer beschnittenen Version.

Bemerkenswert ist der mediale Umgang mit dem Bild. Das ursprüngliche Foto hatten z.B. der Focus und die BZ abgedruckt und man findet es auch in Zeitungen des nahen Ostens z.B. der Kuweit Times. Mit verpixelten Gesicht des Baby veröffentlicht die TAZ und der Merkur das Foto, das kann man als Akt der Pietät verstehen. Das ganze Baby gepixelt hat die BZ. Die radikalste Bearbeitung bei n24.de mutet den Betrachtenden nur hoch den traurigen Blick des Mannes zu. Nur über den Begleittext erfährt man, worauf er blickt. Wie viel Wirklichkeit ist zumutbar? (06.06.2016)

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