Emotionsgemüse

Wer bei einer bestimmten Supermarktkette einkauft, wird seit einige Zeit mit neuen Bezeichnungen für Gemüse und Obst überrascht: Kleine Tomaten sind „Naschperlen“ oder „Mini-Leckerbissen“, Kartoffeln sind „Ackergold“, Zwiebeln sind „Erdperlen“, eine Mango ist ein „Tropentraum“, Zitronen sind „Muntermacher“, Orangen werden als „Sonnenkuss“ oder “Sonnentropfen“ vermarktet. Sie lieben Lebensmittel und geben ihnen deswegen Kosenamen? Die Tomaten schmecken meist wässrig, die Orangen strohig-fad, die Mangos sind meist unreif. Die Bezeichnungen sollen wohl als Euphemismen von der dürftigen Geschmacksqualität ablenken. Die Marketing-Abteilung will mir den „emotionalen Namen“ vermitteln, dass die Früchte etwas ganz Besonderes sind. (04.02.2020)

Hier sind es immerhin noch Tomaten aus Spanien: Aber man muss ja auch im Februar keine Tomaten essen, die meist nach nichts schmecken. Foto: St.-P. Ballstaedt

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