Inflektive

Comic-Leser- und Leserinnen kennen die unflektierten Wortformen, bei denen das Verb auf seinen Stamm reduziert wird: rumpel, grins, grübel, laber. Oft handelt es sich um lautmalerische (onomatopoetische) Wörter: ächz, quietsch, seufz, farz, mit Betonung: bremssss, surrrrr.

Der Inflektiv, so die Bezeichnung des Germanisten Oliver Teuber, wird zur Wortart der Interjektionen gerechnet. Scherzhaft wird er auch als Erikativ bezeichnet, als Hommage an Erika Fuchs, die Übersetzerin der Micky-Maus-Comics von Carl Barks. Ihr haben wir eine weite Verbreitung dieser Wörter zu verdanken, aber auch Wilhelm Busch hat sie bereits benutzt: „Und geschwinde, stopf, stopf, stopf! Pulver in den Pfeifenkopf.“

Inzwischen tauchen mehrgliedrige Inflektive oft in der Sprache der Chats und SMS auf: ganztollknuddel, treuherzigblick. Die einen sehen darin eine Verhunzung des Deutschen, die anderen einen kreativen Sprachgebrauch. (04.04.2016)

Scan 2

Inflektive in Walt Disneys Micky Maus: Jagd nach der Wunderwaage, Nr. 7, 8.2.1969, S.47. Scan: St.-P. Ballstaedt

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