Public Viewing

Jetzt treffen sie wieder vor den Großbildleinwänden zusammen, um gemeinsam Fußball zu schauen. Public Viewing als eine neue Form der Öffentlichkeit seit 2005, als die FIFA gnädig die kostenlosen öffentlichen Übertragungen genehmigte. Soziologisch handelt es sich um unorganisierte Kollektive, eine Ansammlung von Personen, die aufgrund gemeinsamer Werte und Normen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickeln. Es geht um das kollektive Ausleben von Gefühlen der Freude, Angst, Trauer, Wut. Die Ansteckung und Verstärkung von Gefühlen in der Masse hat schon Gustav le Bon beschrieben, allerdings mit deutlich abwertender und warnender Absicht. Ich sehe im Public Viewing eher ein Art Gefühlsbordell, in dem man sich emotional einmal ausleben kann. (23.06.2014)

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