Dass Männer, insbesondere Jugendliche, bei Frauen gut ankommen wollen, ist weder verwunderlich noch abartig. Welche Methoden sie dabei einsetzen, allerdings schon. Der Trend zur Selbstoptimierung setzt an Äußerlichkeiten an, besonders das Gesicht muss stimmen. Websites bieten einen Gesichtscheck an, bei dem das Aussehen mit verschiedenen Skalen bewertet wird. Nach welchen Kriterien dies erfolgt, kann man nur erschließen: Augenabstand, Nasengröße, Gesichtssymmetrie, Frisur, Hautreinheit usw. Das Schönheitsideal ist sichtlich eurozentrisch ausgerichtet. Danach werden Tipps zur Optimierung gegeben, die von kosmetischen Anwendungen bis zu chirurgischen Eingriffen gehen. Extremes Beispiel: Es wird empfohlen, sich mit einem Hammer bestimmte Gesichtsknochen zu brechen, damit sie zu einer markanteren Kieferpartie zusammenwachsen. Bei vielen Empfehlungen zu Hormonen, Salben oder anderen Hilfsmitteln stehen finanzielle Interessen dahinter, die das mangelnde Selbstbewusstsein der Jugendlichen ausnutzen.
Ob die Maßnahmen bei Frauen tatsächlich erfolgreich sind, darüber gibt es keine Informationen. Letztlich unterstellt es ihnen, die Partnerwahl nur auf Äußerlichkeiten auszurichten, was seriösen Erhebungen widerspricht. Optische Attraktivität spielt zwar beim Kennenlernen durchaus eine Rolle, verliert aber beim Entstehen einer Bindung schnell an Bedeutung. Dann werden Persönlichkeitsmerkmale wie Freundlichkeit, Empathie, Intelligenz, Humor, Zuverlässigkeit wichtig. Die maskulinen Selbstoptimierer setzen also auf das falsche Pferd. Sie sollten sich besser um Werte wie Anstand, Moral, Verantwortung, Bildung bemühen. Dann klappt es auch mit der Nachbarin. (27.06.2026)
No comments yet.