In alten Sprichwörtern sind oft Weisheiten in sprachlicher Prägnanz konserviert. So z.B. in dem Spruch:
„Der Priester Fluch, der Juristen Buch und das Ding unter dem Schürztuch: diese drey Geschirr machen die ganze Welt irr.“
Vermutlich ein studentisches Spottgedicht aus alten Stammbüchern, z. B. dem des Nürnberger Theologiestudenten Conrad Friedrich Daumiller aus den Jahren 1753 bis 1756. In der Trinkstube des Schlosses Lichtenstein ist eine leicht veränderte Variante auf einem Balken zu lesen. Der Priester Fluch bezieht sich auf den Machtmissbrauch der Kirche. Der Juristen Buch steht für die unübersichtliche Bürokratie und den Paragraphendschungel. Und das Ding unter dem Schürztuch verweist auf die weiblichen Genitalien. Das Schurztuch war bereits im Mittelalter ein Pars pro toto für die Frau (siehe den Schürzenjäger). Glaube, Rechtsprechung und die Liebe werden als Hauptursachen menschlicher Wirrnisse angesehen. (13.07.2026)
Der Tübinger Holzschneider Heiner Bauschert hat das Sprichwort in einem Bild verwendet, leider habe ich nur eine schlechte Reproduktion in einer alten Zeitung gefunden.

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