Ente oder Kaninchen

Die Überschrift habe ich von Kathrin Passig geklaut, die jede Woche eine interessante Kolumne „Update“ in der Beilage FR7 der Frankfurter Rundschau über Themen des digitalen Zeitalters schreibt. Das Kippbild stammt aus den „Fliegenden Blättern“, 1892 und hat es bis in die „Philosophischen Untersuchungen“ von Wittgenstein geschafft: Es soll dort demonstrieren, dass derselbe Gegenstand von einem Betrachtenden verschieden wahrgenommen werden kann. Man sieht ein Kaninchen oder eine Ente (oder einen Hasen), aber beide nie gleichzeitig, die Wahrnehmung kippt zwischen der einen und der anderen Interpretation.
Kathrin Passig wendet diesen abrupten Aspektwechsel auf die Einstellung zur KI an, die in einem Kopf von negative/gefährlich zu positiv/nützlich wechseln kann. So geht es wohl vielen, die sich nicht klar auf eine Seite geschlagen haben. So lese ich gerade Bücher über Gefahren der KI, aber nutze nebenbei KI, denn man kann KI nicht nicht nutzen, sie steckt in zahlreichen digitalen Anwendungen. Zum Beispiel bei mir: Neben Fragen an ChatGPT oder Claude, die Gesichtserkennung bei Fotos, generative Bildproduktion und -bearbeitung (Midjourney, Übersetzungen, Zusammenfassungen, Recherchen. Bald wird die Suchmaschine GOOGLE den KI-Modus zur Standardeinstellung machen, dann ist es mit der klassischen Suche vorbei und Nutzende wissen noch weniger, auf welcher Datengrundlage sie ihre Ergebnisse bekommen. Und KI hat einen weiteren Bereich des Wissensmanagements gekapert (07.09.2026)


In jedem Lehrbuch der Wahrnehmungspsychologie: Die Hase-Ente-Kippfigur. Quelle: Wikimedia Commons

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