Heute ist mir im Radio das Verb „liebäugeln“ aufgefallen, es wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Seit dem 16. Jahrhundert wird es oft in einem erotischen Sinn benutzt: Liebäugeln bedeutet, einen Menschen mit liebevollen Blicken anschauen oder zärtliche Blicke miteinander tauschen. Später geht der erotische Sinn verloren, man liebäugelt jetzt auch mit dem Gedanken, sich ein Auto zu kaufen oder einmal nach Augsburg zu reisen. Liebäugeln bekommt die Bedeutung, etwas gern haben oder tun wollen.
Andere früher gebräuchliche Wortbildungen sind verschwunden, man findet sie nur noch im Grimm’schen Wörterbuch: die Liebäugelei, der Liebäugler, die Liebäugelung. Schielen wurde beschönigend als liebäuglig bezeichnet. (13.08.2026)
No comments yet.