Furzkissen

Über Bernhard Grzimek, den Tierforscher und ehemaligen Direktor des Frankfurter Zoos, habe ich gelesen, dass er Tiere, Frauen und Furzkissen liebte. Er hatte große Freude daran, Menschen mit diesem Scherzartikel zu necken. Dieses einfältige Vergnügen hat immer noch Anhänger: Bei Amazon kann man zwischen unterschiedlichen Modellen wählen, aber alle mit derselben Technologie: Ein Gummissäckchen mit Ventil, beim plötzlichen Entweichen der Luft durch eine äußere Belastung wird ein pupsartiges Geräusch erzeugt.

Nach Recherchen des Humorforschers Paul McDonald von der Universität von Wolverhampton handelt der erste überlieferte Witz der Menschheit von einer Frau, der zur Unzeit ein Furz entweicht. Vor etwa 4000 bei den Sumerern. Also schon damals war diese multimodale, auditive und olfaktorische Kommunikation peinlich. Im Mittelalter waren die Sitten dann deutlich flatulenzfreundlicher. Norbert Elias berichtet, wie das Furzen an der Öffentlichkeit im Prozess der Zivilisation tabuisiert wird. Da es heute als unschicklich und belästigend empfunden wird, bleibt der Einsatz des Scherzartikel ein kleiner Tabubruch: Gelacht wird über jeden Furz. (24.05.2014)

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  1. Furzwitze | Steffen-Peter Ballstaedt - 10. Dezember 2016

    […] der Zivilisation). Bei Kindern sind Pupsscherze sehr beliebt, als Scherzartikel hat sich das Furzkissen gehalten und es gibt auch drei Fart-Machine-Apps. Auch in den Comics und Cartoons von Crumb, Reiser […]

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