Gendergap

Als Gendergap wird die Lücke bezeichnet, die sich zwischen Basismorphem (Wortstamm) und dem geschlechtsbestimmenden Morphem auftut: Beamt_innen. Ein anderer Vorschlag ist das Gendersternchen: BeamtÞinnen. In der Computersprache dient der Stern als Wildcard für eine beliebige Anzahl von Zeichen. Mit diesen Binnenzeichen sollen alle Menschen einbezogen werden, die nicht in das bipolare Mann-Frau-Schema hineinpassen, z.B. Intersexuelle oder Transgender. Facebook bietet bekanntlich 60 Genderkategorien an. Die Leerstelle soll auf Menschen hinweisen, die sonst in der Sprache „gesellschaftlich und strukturell unsichtbar gemacht werden“ (Gudrun Perko).

Ich halte zunächst einmal alle künstlichen sprachlichen Veränderungen für problematisch, vor allem auch, wenn sie nur die Schriftsprache betreffen, das Gendergap als Unterstrich oder Sternchen ist nicht aussprechbar. Zudem wird hier ein gesellschaftliches Problem in die Sprache verlegt. Es sollte allen Spielarten des Menschlichen Toleranz entgegengebracht werden, das ist in Wirklichkeit schon schwer genug zu erreichen. Das Gefummele an der Sprache ist nur Nebenschauplatz, mit dem einige Theoretiker_innen Aufmerksamkeit bekommen. (20.07.2016)

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  1. Sprachwissenschaftler*innen | Steffen-Peter Ballstaedt - 22. November 2018

    […] Sitzung keine Empfehlung oder gar Festlegung zum Gebrauch des Gender-Sterns (Lehrer*innen) oder Gender-Gaps (Lehrer_innen) getroffen. Mit diesen Schreibweisen sollen alle Personen in der Sprache […]

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