Geschlechtsteile

Klassiker der erotisch-zotigen Kommunikation ist die Darstellung der Geschlechtsorgane auf Wänden, auf Bänken in Schulen und Hörsälen, auf Toiletten. Als sekundäres Geschlechtsmerkmal sind Brüste beliebt, meist XXL. Ich habe keine statistische Erhebung zu bieten, aber nach meiner Beobachtung nehmen diese Motive ab. Wenn sich jeder realistische Bilder aufs Smartphone holen kann, dann sind die naiven Kritzeleien weder provozierend noch inspirierend. Früher waren Geschlechtsteile ein beliebtes Motiv für Graffiti. Michel de Montaigne sorgte sich 1587 in seinem Essay „Über einige Verse des Vergil“: „Welch schädliche Vorstellungen erwecken doch die maßlosen Gebilde, mit denen jugendliche Pagen alle Gänge und Treppenhäuser des königlichen Palastes bekritzeln. Von daher rührt die maßlose Verachtung, mit der die Frauen unserm natürlichen Gemächte begegnen.“ (14.08.2014)

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Gemächte-Kritzelei an einer Unterführung in Tübingen, Waldhäuser-Ost. Foto: St.-P. Ballstaedt

Nachtrag: Phallus-Darstellungen, die ich in den letzten Wochen gefunden habe.  (14.03.2015)
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