Historischer Humor 8

Es ist sonderbar, dass der Furzwitz, englisch eleganter „flatulence humor“, wohl eines der ältesten Themen zur Erheiterung darstellt. Schon der angeblich erste dokumentiere Witz auf einer sumerischen Tontafel behandelt eine unschickliche Blähung.

In der griechischen und römischen Antike wird das Thema breit behandelt (allerdings in der Sammlung “Humor in der Antike“ von Karl-Wilhelm Weeber diskret ausgespart). Besonders in den Komödien findet man viele Kapifu-Stellen. Hier ein Beispiel aus der ersten Szene aus Aristophanes „Die Wolken“: Der Philosoph Sokrates erklärt dem begriffsstutzigen Bauern Strepsiades, wie ein Gewitter entsteht. Die Übersetzung von Ludwig Seeger wirkt etwas kindlich und verstaubt.

Sokrates:  Nun, so merk einmal auf: an dir selber mach’ ich’s dir deutlich.
Ist dir’s nie an den Panathenaien passiert, daß dein Magen, mit allerlei Brühen
Überfüllt, dir mit Knurren Molesten gemacht, mit Reißen und Blähn und Rumpumpeln?

Strepsiades: Beim Apollon, gar oft; und da währt es nicht lang, und es wurmt mir und fährt durch die Därme.
So ‘ne lumpige Brüh’, die verführt einen Lärm und tut akkurat wie der Donner:
Erst halblaut nur: bumbum, bumbum, dann vernehmlicher schon: bububumbum!
Bis donnernd gerad wie die Wolken zuletzt es herausfährt: bubububumbum!

Sokrates: Drum sieh: wenn dein Bäuchlein, winzig und klein, so gewaltige Bumbums herausfarzt,
Wie entsetzlich muß erst im erhabenen Raum rumoren das Rollen des Donners?

Strepsiades: Ich verstehe: drum sind sich auch Donner und Furz so ähnlich im brummenden Tone!

Auch in anderen Stücken von Aristophanes wird heftig gefarzt. Leider sind keine erzählten Witze aus der Antike überliefert. (01.08.2018)

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