Jugendsprache

Eine stets vergnügliche Lektüre ist das neue Langenscheidt-Wörterbuch zur Jugendsprache: „100 % Jugendsprache 2015„, seiner Zeit sprachlich immer ein Jahr voraus. Die Wörter werden von Jugendlichen über die Website www.jugendwort.de oder per Mail eingereicht. Hier kann man sprachliche Kreativität bewundern. Ich habe ein paar Fundstücke herausgefischt:

Gaumenfick (= positives Geschmackserlebnis); Fußpils (= Bier für unterwegs); Foodback (= Erbrechen). Natürlich spielt der sexuelle Bereich eine besondere Rolle: Brombeersex (= Sex mit einer Person mit stoppeligem Intimbereich); Komasutra (= vergeblicher Beischlafversuch im Suff). Aber auch die Bildung kommt nicht zu kurz: Wer oberflächliches Wissen aus dem Internet verbreitet, ist ein Wikiwisser; ein Galileo-Professor hat sich mit ProSieben gebildet, ein Senfautomat ist ein Klugschwätzer. Auch aktuelle Ereignisse spiegeln sich im Vokabular: entsnowden (= aufdecken); tebarzen (= sich etwas Teures leisten); guttenbergen (= abschreiben). Das Arschgeweih ist jetzt der Schlampenstempel, das Maurerdekolleté ist die sichtbare Pospalte beim Vorbeugen.

Kaum eines der Wörter schafft es in die Standardsprache. Sie dienen vor allem der provokativen Abgrenzung. (17.11.2014)

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