Tapeten

Ich möchte an einen Aspekt der visuellen Kultur erinnern: Tapeten. Vor den Tapeten wurden die Mauern Wohlhabender mit Wandteppichen, Lederbezügen oder Stoffbehängen verdeckt. Die Herstellung von Papiertapeten beginnt bereits 1586, in Deutschland wird in Kassel 1789 die erste große Tapetendruckerei eröffnet. Nach der Produktion auf endlosen Papierrollen wurde die Tapete in den bürgerlichen Biedermeier-Wohnungen heimisch. Durch die Vielfalt an Motiven und Farbkombinationen wurden Mustertapeten zum Ausdruck individuellen Geschmacks. Der „Tapetenwechsel“ wird zur Metapher der Veränderung. Tapeten sind bis heute vor allem in Mitteleuropa verbreitet, aber unsere Wände sind meist nur noch mit Raufasertapete beklebt und einem Farbton gestrichen. Ausnahme bildet oft das Kinderzimmer, die Auswahl an kindgerechten Tapetenmotiven ist immens. Die Fototapete ist als optisch besonders aufdringliche Variante beliebt.

Das Deutsche Tapeten-Museum ist in Kassel, derzeit aber wegen Umzugs in einen Neubau geschlossen. Ein Video des Museums gibt einen kleinen Einblick in die Geschichte der Tapete.

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Verspielte Barocktapete mit floralem Muster und Biedermeiertapete mit strenger vertikaler Gliederung. Quellen: Wikimedia Commons, http://www.unserfinkenberg.de/XY01/Zaun04/T02.gif

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