Travail accablant

Ein auch in Frankreich umstrittenes Projekt: Das Buch „Mein Kampf“ wird ins Französische übersetzt – Mon combat d’Adolf Hitler, Edition Fayard -, wie auch in der neuen deutschen Ausgabe unter kritischer Aufsicht von Historikern. Aber wer soll es lesen? Historiker, die sich für die deutsche Geschichte interessieren, die verstehen das Buch auch auf Deutsch. Aber vielleicht wird das Werk ja auch ein Bestseller wie in Deutschland.

Der Übersetzter ist Olivier Mannoni hat schon Goebbels Tagebücher übersetzt und ist mit der Sprache des Nationalsozialismus vertraut. Das Übersetzen ist für mich eine belastende Arbeit, wie er in einem Interview in Charlie Hebdo Nr. 1281/15 gesteht. Die Übersetzung offenbart alle Mechanismen der sprachlichen Manipulation: „Lorsque l’on traduit un tel texte, on analyse par la force des choses la manière dont ce mécanisme fonctionne et, je dois dire, il est assez terrifiant.“ (Le Point): „Wenn man einen derartigen Text übersetzt, analysiert man notgedrungen die Art, wie sein Mechanismus funktioniert, ich muss sagen, es ist recht erschreckend.“ Eine Übersetzung ist der härteste Test für einen Text. Eine semantische Schwierigkeit spricht er noch an: Wörter verlieren in der Übersetzung ihre Konnotationen: „Volk“ bedeutet nicht dasselbe wie „peuple“ in Frankreich oder „people in den USA. (18.02.2017)

Olivier_Mannoni_-_Salon_du_Livre_de_Paris_2015

Der richtige Kopf für einen verworrenen Text: Olivier Mannoni. Quelle: ActuaLitté, Wikimedia Commons

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