Vergleichsbilder

Wenn zwei ähnliche Bilder nebeneinandergestellt werden, wird fast automatisch eine Suche nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten ausgelöst. Bei diesem Vergleich ist die visuelle Aufmerksamkeit gefordert, mit Blickbewegungen werden die Bilder abgesucht.Vergleichsbilder können Veränderungen über die Zeit (vorher – nachher), verschiedene Handlungen (richtig – falsch) und Unterschiede im Aufbau (Version 1 -Version 2) vermitteln.

Visuelle Vergleiche sind in vielen Bereichen anzutreffen. In der Werbung zur Gewichtsreduktion oder gegen abstehende Ohren (vorher – nachher), In Frauenzeitschriften werden Frisuren gegenübergestellt (alt – neu). Visuelles Vergleichen ist in der Wissenschaft ein erkenntnisgenerierendes Verfahren: In der Medizin werden tomografische Aufnahmen miteinander verglichen, um Krankheits- und Heilungsprozesse sichtbar zu machen. In der Astronomie werden Aufnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten auf Veränderungen abgesucht. Auch didaktisch sind Vergleichsbilder nützlich, um Unterschiede zu lernen, z.B. korrekte Handgriffe in Bedienungsanleitungen (falsch – richtig).

Früher fand man in allen Illustrierten auf der Rätselseite Vergleichsbilder, die sich in einigen Details unterschieden: „Die Bilder unterscheiden sich in zehn Merkmalen. Finden Sie sie in zwei Minuten!“ Neuerdings kehren die Vergleichsbilder wieder zurück: Als Übungen für Senioren als Demenzprävention, z.B. in Apothekerzeitschriften. Es gibt auch Websites, die visuelle Aufgaben anbieten, teilweise sehr anspruchsvolle z.B. auf Suchbilder oder Raetseldino. (07.04.2020)

Vier Beispiele für Vergleichsbilder: 1. Werbung: Abnahmeerfolg durch Pillen (Werbung für Keto im Web); 2. Technische Kommunikation: richtiger Einsatz einer Faßpumpe (Bautz Betriebsableitung Diesel-Schlepper 14 PS, 1956, S.17); 3. Lehrbuch der Botanik: die verschiedenen  Blütenstände (Wikimedia Commons); 4. Tageszeitung: Rätselseite (Scan aus der Südwestpresse vom 27.3.2020).

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