Immer mehr Schilder in der Landschaft: Nicht nur die üblichen und nützlichen Wegweiser, sondern die Tourismusfuzzis denken sich immer neue Wanderstrecken aus. Auf einer kleinen Wanderung von Bad Niedernau: Sebastian-Blau-Weg, die Vesper-Tour, den Hohenzollern-Weg, die Prima-Klima-Tour. Die Waldlehrpfade machten ja noch Sinn, aber ein Ludwig-Uhland-Liederweg von Tübingen nach Wurmlingen? (24.03.2015)
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Statt Piktos
Es geht auch ohne langweilige Piktogramme: Funny toilet signs, aber leider ohne Angabe des Fundortes und die Quelle ist lost in hyperspace, der Link funktioniert nicht mehr. (22.03.2015)
Arbeitsschutz
Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie, eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat eine Warnpiktogramm-Serie für Arbeits- und Schutzgerüste erarbeitet. Ich habe das Plakat vor einer Baustelle in Tübingen entdeckt und frage mich: Wer der Betroffenen stellt sich hin und entziffert die Bildchen? Das ist doch nur visueller Aktionismus und eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme! (19.03.2015)
Schild vor einer Baustelle in Tübingen. Wer versteht derartige visuelle Botschaften? Foto: St.-P. Ballstaedt. Da das Foto schlecht ist, daneben eine bessere Darstellung der Piktogramme. Wer auf der Website der folgenden Quelle weit scrollt, der findet eine eine Verbalisierung der Bedeutungen der einzelnen Piktos. Quelle: www.bgbau-medien.de
Crossmodal
Dass die Sinnesmodalitäten nicht unabhängig voneinander sind, weiß man über die Synästhesien: Manche Personen sehen z. B. beim Hören von Musik Farben. Jetzt hat der Psychologe Charles Spence Wechselwirkungen zwischen Sehen und Schmecken nachgewiesen. Personen bekommen beim Essen eine Augmented-Reality-Brille aufgesetzt, die das echte Gericht mit einem digital erzeugten Bild überlagern. Die Folge: Ein einfacher Fisch schmeckte wie ein Thunfisch, wenn die Esser einen Thunfisch auf dem Teller sahen. Der Psychologe findet seine Forschung zukunftsweisend: Wenn der Thunfisch einmal ausgestorben ist, kann man seinen Geschmack auf diese Weise reaktivieren, vorausgesetzt er ist noch im Gedächtnis gespeichert. (18.03.2015)
Lecker Thunfisch mit passender Brille? Quelle: Ra Boe, Wikimedia Commons
Orthorexie
Bekanntlich können Menschen viele Weisen des Erlebens und Verhaltens ausbilden, darunter Absonderlichkeiten und Marotten, wobei die Grenze zwischen normalem und pathologischem Verhalten immer weiter verschoben wird. Das zeigt die Diskussion um die fünfte Auflage des „Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen“ (DSM-5). Dort gibt es Krankheitsbilder wie Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD), deutsch eine „schwere Stimmungsregulationsstörung“ oder „verlängerte Trauer“ oder eine „minore neurokognitive Störung“. Andere Beispiel e für neue Krankheiten sind Burnout, Prokrastination und die beliebte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS).
Und jetzt das Neuste: Orthorexie: das andauernde Grüblen über die Gesundheit der Nahrung (orthos = richtig, orexis = Appetit). Die Betroffenen beschäftigen sich mit Nährwerttabellen und Vitamingehalt, sie fahnden unablässig nach ungesunden Bestandteilen: versteckte Zucker, bestimmte Fette, Rückstände, künstliche Zusatzstoffe, Acrylamid usw. Dabei geht es nicht nur um das eigene Essen, sondern der Gesundheitswahn bezieht in missionarischem Drang auch alle Mitesser ein. Noch ist Orthorexie nicht als Krankheit anerkannt, aber sie wird wohl bald unter die Essstörungen eingereiht. Und dann wird es auch Therapien und Selbsthilfegruppen geben. (15.03.2015)
Eine Rohkostplatte sieht gesund aus, aber Vorsicht! Selbst in Biogemüse hat man Rückstände gefunden! Autor: Usien, Wikimedia Commons
Wichtige Hinweise
Ohne diese Anleitung zum Einschrauben der Glühbirne hätte ich das diascope mini 3 von Kaiser wohl nie in Gebrauch nehmen können. Scan: St.-P. Ballstaedt (14.03.2015)
Den Winkel des Streichholzes habe ich nicht immer korrekt eingehalten, deshalb sind auf der Reibefläche häßliche Kratzspuren. Scan: St.-P. Ballstaedt (16.03.2015)
Oskar Schlemmer
Ich habe heute die Ausstellung „Visionen einer neuen Welt“ mit Werken von Oskar Schlemmer in der Stuttgarter Staatsgalerie angeschaut. Seine strengen Kompositionen bewundere ich, aber die Menschen auf den Bildern sind nur Formen, nur puppen- und marionettenartige Prototypen. Die Gruppen sind perfekt im Raum angeordnet, aber die Personen schauen starr und autistisch aneinander vorbei. Diese Gemälde lassen mich kalt. Spannender finde ich seine Arbeiten für die Bühne: Kostüme, Kulissen und Choreografien, auch hier strenge Formen, aber mit einer kindlichen Gestaltungs-und Spielfreude. (14.03.2015)
Tischgesellschaft (1935). Strenges Arrangement starrer und gesichtsloser Körper. Quelle: Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main, Wikimedis Commons
Maßarbeit
Dieser Aufkleber ist mir mehrfach aufgefallen und ich habe die angegebene Website besucht. Dort kann frau sich einen Dildo nach eigenen Maßvorstellungen mit einem 3D-Drucker herstellen lassen. Das ist doch eine zukunftsträchtige Geschäftsidee. Foto: St.-P. Ballstadt (12.03.2015)
Wünsche
An der Bushaltestelle Hauserstraße in Tübingen: Da habe ich mir gleich etwas abgerissen. Foto: St.-P. Ballstaedt (10.03.2015)
Aufmerksamkeit
Nachtrag zum Frauentag: Werbung der Firma Mey mit Mitteln der Aufmerksamkeitslenkung : Erotik als Eye-Catcher, abweichende Typografie, für die Gebildeten eine visuelle Metapher mit Anspielung auf Shakespeare. Quelle: Mey Bodywear












