Komiker

Der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in jedem Pressebeitrag als TV-Komiker und Politneuling vorgestellt. Aber das sind keine Nachteile, wie seiner Antrittsrede vor dem Parlament zeigt. Schon die Bilder, wie er zu Fuß und winkend auf das Parlamentsgebäude zuschlendert, statt aus einer Staatskarosse zu entsteigen, sind ungewohnt. Noch ungewohnter und geradezu erfrischend seine Rede, bevor er das Parlament auflöst: direkt, appellativ, rhetorisch zugespitzt. Am besten hat mir gefallen, dass er sein Portrait nicht in den ukrainischen Amtsstuben hängen sehen will: „Der Präsident ist keine Ikone. Hängen Sie die Bilder Ihrer Kinder auf und schauen Sie Ihnen vor jeder Entscheidung in die Augen!“ Ein guter Vorschlag! Vielleicht sollten mehr Komiker und Politfrischlinge gewählt werden, wie wäre es z.B. mit Jan Böhmermann. (21.05.2019)

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