Nochmals Schockbilder

Zu den Schockbildern auf Zigarettenschachteln habe ich mich schon mehrfach geäußert und dabei zwei Thesen vertreten:

  1. Die Bilder sind eine unnötige Schockpädagogik. Zudem sollte man dann auch konsequent auf Süßwaren kariöse Zähne und auf Alkoholflaschen zirrhotische Lebern abbilden.
  2. Die Gruselbilder führen zur Abstumpfung und haben keine nachhaltige Wirkung auf das Verhalten der Rauchenden.

Jetzt teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit, dass im 2. Quartal 2016 in Deutschland 15,4 %, im und 3. Quartal 11,3 % weniger versteuerte Zigaretten produziert wurden als in den Vergleichsquartalen im Vorjahr. Auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos und die Menge des versteuerten Feinschnitts gingen zurück. Nur der Absatz von Pfeifentabak stieg deutlich an. Der Absatzrückgang wird auf die Einführung der Schockbilder zurückgeführt. Damit wäre mein zweites Argument empirisch widerlegt. Dass die Schockbilder kausal für den abnehmenden Konsum verantwortlich sind, ist mit den Zahlen allerdings nicht belegt. Denn der Zigarettenkonsum nimmt seit 2000   kontinuierlich ab. (23.10.2016)

zigarettenschachtel

Mit Überziehern, Covern, Aufklebern werden Warnungen und Schockbilder auf Zigarettenschachteln überdeckt: darauf flotte Sprüche (Wer das Rauchen aufgibt, muss nach dem Sex reden) und erfreuliche Bilder. Quelle: www.cipeecard.de.

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