Schilderwald 1

Dass wir alle auch in einer semiotischen Umwelt leben, ist bei der Anhäufung von Zeichen in vielen Städten kaum zu übersehen und oft dokumentiert: Verkehrsschilder mit Geboten und Verboten, Richtungshinweise, Fahnen, Aufkleber usw. Was mir aber auffällt: Auch in Wald und Flur geht es so weiter. Immer mehr Schilder werden an die Bäume und Pfosten genagelt: Wanderwege, Rundwege, Pilgerwege, Privatwege, Lehrpfade, Loipen, Trimm-dich-Pfade, Nordic-Walking-Strecken, Radwege, Biker-Trails, Reitwege, Rasthäuser, Gemarkungen, Forstarbeiten, Naturschutzgebiete, Müllabladeverbote, Waldbrandgefahr, Wanderparkplätze, Grillplätze, Schonungen, Bannwälder, Hundeanleinpflicht, Hundekackverbote usw. Die Natur ist vollständig durchorganisiert. – In Tübingen wurde vor zwei Jahren bei einem Waldspaziergang ein Hund von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt. Die Hundebesitzerin beklagte sich bei der Stadt, dass kein Schild vor der Gefahr gewarnt hätte. Sogar auf die Möglichkeit herabfallender Äste im Wald wird hingewiesen. (01.08.2014)

Schilderwald   Betretungsverbot

Warnschild vor einem Wald in Bad Sassendorf und vor einem Bannwald im Schönbuch. Fotos: St.-P. Ballstaedt

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