Tumbe Toren

Eine Stunde habe ich mir Zeit genommen und recherchiert, was für Verschwörungstheorien derzeit verbreitet werden, vor allem auch von QAnon-Anhängern und Anhängerinnen. Danach habe ich über ein Thema nachgedacht, das mich schon lange umtreibt. Was ist eigentlich Dummheit? Natürlich gibt es die Dummheit ebenso wenig wie die Intelligenz, sondern nur dummes Denken und dummes Handeln. Welche Merkmale gehören dazu: Wenig Wissen (Beschränktheit, Borniertheit), keine Differenzierung, monokausales, nicht vernetztes  Denken, Schwarz-weiß-Kategorisierung in Schubladen, egozentrisches Denken, kein empirischer Bezug zur Wirklichkeit (Glauben), nicht argumentativ. Sind derartige Eigenschafen angeboren (Dumm geboren und nichts dazugelernt) oder werden sie z.B. der mangelhafte Bildung erworben? Ein gerade erschienenes Buch über „Die Psychologie der Dummheit“ liefert zwar anregende Beiträge, aber auch verwirrende Erscheinungsformen und Erklärungen der Dummheit.

Die Sprache stellt für dumme Personen eine Vielzahl von Bezeichnungen zur Verfügung, die nicht völlig synonym sind, sondern auf unterschiedliche Nuancen und auf graduelle Erscheinungsformen von Dummheit hinweisen: Einfaltspinsel, Trottel, Tölpel, Narr, Simpel, Depp, Dubel, Dummkopf, Schwachkopf, Flachkopf, Vollpfosten, Vollidiot. Ein auffälliges Merkmal ist, dass man diese Wörter vor allem bei anderen anwendet: „Alle klagen über ihr Gedächtnis, keiner über seinen Verstand.“ (François de La Rochefoucauld). Dumm sind immer die anderen, nur selten gesteht man sich selbst ein, eine Dummheit begangen zu haben, die aber damit gleich als Ausnahme gekennzeichnet wird. Kann man gegen Dummheit argumentativ vorgehen? Wohl kaum: „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“ (Friedrich Schiller). (29.01.2021)

Liegt auf dem Schreibtisch, aber hilft wenig weiter: Was ist Dummheit? Foto: St.-P. Ballstaedt

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