Wilhelm Busch

Wenn ich die Möglichkeit bekäme, mit einem Vertreter des 19. Jahrhunderts einen Wein zu trinken, dann wäre Wilhelm Busch einer meiner Favoriten. Mit gefällt seine verquere Biografie mit zahlreichen Sackgassen, seine persönlichen Unsicherheiten und sein realistischer Blick auf die Menschen. Und damit auch sein etwas bösartiger Humor, der jede Situation bis zum bitteren und chaotischen Ende eskalieren lässt. In der Ausstellung „Wilhelm Busch. Was ihn betrifft“ in der Kunsthalle Würth ist er mir noch sympathischer geworden. Er wird immer als genialer Vorläufer des Comic gefeiert und tatsächlich hat er zahlreiche visuelle Konventionen eingeführt, vor allem für die Darstellung von Bewegungen. Originell sind auch sein komplementären Text-Bild-kombinationen (dazu ein hübscher Aufsatz von Jakubowski/Feldmann, 2005). Auch als Maler hat er Vieles vorweggenommen: Eine expressionistische Pinselführung, Naturdarstellung bis fast zur Abstraktion, collagierte Sammelbilder. Sein Verehrer Robert Gernhardt sieht ihn als Vorläufer des Futurismus oder Surrealismus. (04.03.2016)

Großvater 3

Das Bild liefert die wesentliche Zusatzinformation über die Motive von Franz bei der Bohnenernte. Aus: Die fromme Helene, 4. Kapitel, 1872. Scan: St.-P. Ballstaedt

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Gleich am Bahnhof in Schwäbisch Hall begrüßt den Gast Wilhelm Busch als Student (1860). Foto: St.-P. Ballstaedt

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