Author Archive | SP Ballstaedt

Freundschaft

Zum heutigen internationalen Tag der Freundschaft ein Zitat Epikurs:

„Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.“

Und noch eine Anmerkung Epikurs zur Ehe für alle: Er vertrat die Meinung, dass Freundschaft glücklicher mache als Heirat. (30.07.2017)

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Curvy

Es wird immer interessant, wenn Gründe gegen die Verbreitung eines Bildes – sei es ein Presse- oder Werbefoto – vorgebracht werden. RTL II wirbt für seine Castingshow „Curvy Supermodel“ auf Plakaten mit molligen Models, die der bekannte Fotograf Robert Grischek aufgenommen hat. Die Deutsche Bahn will die Plakate nicht aufhängen, Begründung: zu offensive Sexualität. Die Damen sind zwar bei genauem Hinsehen mit schwarzen Höschen bekleidet aber tragen keinen BH, als Ersatz dienen verschränkte Arme. Beim Deutschen Werberat ist zudem eine Beschwerde einer Frau eingegangen, die in der Zurschaustellung der Frauen „sexuelle Verfügbarkeit“ erkennt, die „voyeuristische Zuschauer“ anlockt.

An vielen Bushaltestellen schauen die Frauen auf die Wartenden herab, auch in Tübingen, Haltestelle Ahornweg. Die Studentinnen, die an der Bushaltestelle warten, locken mit Hot Pants, Miniröckchen und flotten Tops sicher mehr Voyeure an als die braven Nackedeis. (26.07.2017)

Curvy

Der Werberat betont, dass „selbstbewusste Frauen gezeigt, aber nicht vorgeführt“ werden. Quelle: RTL 2, Fotograf: Robert Grischek.

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Grapschen 1

Lese ich doch heute morgen im Schwäbischen Tagblatt  von einem ungeheuerlichen Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Im Tübingen Freibad hat ein 16-Jähriger eine gleichaltrige Austauschschülern an der Wasserrutsche an den Po gegrabscht! Der Bademeister wurde informiert, der Junge wird von der Polizei vorläufig festgenommen, zum Polizeirevier gebracht und ein Strafverfahren eingeleitet.

Der Übergriff des Jungen war natürlich nicht in Ordnung, aber ist die Reaktion nicht etwas hysterisch? In diesem pubertären Alter interessiert man sich für viele Aspekte des anderen Geschlechts und das Verhalten folgt nicht immer moralischen Maßstäben des korrekten Umgangs zwischen Mann und Frau. Früher hätte man den Jungen angeraunzt und vielleicht des Bades verwiesen, aber nicht aufs Polizeirevier gebracht.

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Meldung im Schwäbischen Tagblatt vom Dienstag, den 25.7.2017. Ich möchte gar nicht daran zurückdenken, wie oft ich als 16-Jähriger auf dem Polizeirevier gelandet wäre. (25.07.2017)

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Bildwaffen

Die Fotografie hat schon lange ihr Funktion als Dokumentation der Wirklichkeit weitgehend verloren, sie schafft selbst Realitäten. Das beginnt mit Standpunkt, Perspektive und Ausschnitt bei der Aufnahme und wird heute in der Postproduktion mit Bildbearbeitung fortgesetzt. Oft werden Ereignisse auch für die Kamera eigens inszeniert.

Meister darin ist die „Identitäre Bewegung“, eine neue Formation modern und hipper auftretender Rechter. Sie empfinden sich als letzte Generation, die die deutsche Ethnie vor Überfremdung noch retten kann, und legen dabei großen Wert auf die visuelle Kommunikation. Fotos und Filme, in denen sie ihre Aktionen dokumentieren und in den sozialen Netzwerken verbreiten, sollen als „Bildwaffen“ emotionalisieren und Aufmerksamkeit erregen. In einem Leitfaden zur Bildgestaltung heißt es, ein Foto müsse „Macht, Kraft und Sieg symbolisieren“, deshalb eine Froschperspektive von unten nach oben und immer Fahnen oder andere Symbole im Bild.

In ihrer neusten Aktion „Defend Europe“ wollen die Identitären im Mittelmeer mit Booten Rettungsschiffe behindern und ihre Besatzung beim Auffischen von Flüchtlingen stören. Das gibt sicher wieder viele Bilder für das rechte Fotoalbum. (21.07.2017)

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Ein Foto der „Identitären Bewegung“: Ist das nicht romantisch und symbolträchtig: Ein Aktivist/eine Aktivistin (?) mit Haaren im Wind stellt sich einem Rettungsschiff entgegen. Quelle: Website der IB.

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Hotter than hell

Im Rathaus Tübingen ist eine unscheinbare, aber wichtige Ausstellung von Karikaturen ostafrikanischer Künstler (Kenia, Tansania, Äthiopien) zu sehen. Thema: der Klimawandel. Für mich ist es überraschend, dass in Afrika nicht nur Karikaturen, meist am Computer, gezeichnet werden, sondern dass sie sich dort großer Beliebtheit erfreuen und in Printmedien, im Fernsehen und in sozialen Netzwerken zu finden sind. Allerdings sind auch dort Karikaturisten bedroht, wenn sie sich mit der politischen Führung anlegen.

Das Thema Klimawandel ist natürlich brisant: Afrika trägt am wenigsten dazu bei, aber bekommt die Folgen durch Dürrekatastrophen am meisten zu spüren. Dementsprechend deutlich und eindrücklich sind auch die Karikaturen. (16.07.2017)

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Zehn Banner mit 31 Karikaturen hängen im Foyer, man sollte einen Blick darauf werfen. Kuratiert hat die Ausstellung der kenianische Karikaturist Victor Ndula, Träger ist der “Verein zur Förderung von Bildung und Publizistik zu Umwelt und Entwicklung e. V. – Solidarisch Leben lernen“. Foto: St.-P. Ballstaedt

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Graffito am alten Pissoir am Alten Botanischen Garten in Tübingen. Foto: St.-P. Ballstaedt (09.07.2017)

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💋 Kussecht

Heute ist der Internationale Tag des Kusses. Der klassische Mundkuss als Berührung der Mundschleimhäute wird von manchen Ethologen auf das Füttern von Mund zu Mund zurückgeführt, was bei vielen Tieren, aber auch einigen Naturvölkern üblich ist. Diese Form der nonverbalen Kommunikation ist bei weitem nicht in allen, aber in vielen Kulturen in verschiedenen Varianten verbreitet: vom Nippen bis zum Zungenkuss, Spitzkuss, Luftkuss, Nasenkuss, Handkuss, Intimkuss, Schmerzkuss usw.

Dier kommunikative Bedeutung reicht von Verehrung, freundschaftlicher Begrüßung und Verabschiedung bis zur erotischen Zärtlichkeit und sexuellen Stimulation. Da der Mundkuss eine persönliche Intimität voraussetzt, ist er bei Prostituierten unerwünscht. Seine Bewertung ist kulturell sehr unterschiedlich, in etlichen Kulturen stellt er an der Öffentlichkeit einen Tabubruch dar, in der BRD wird das Küssen von Schwulen von vielen Zeitgenossen als peinlich bis anstößig empfunden.

In einem Knutschexperiment haben Mikrobiologen festgestellt, dass beim Küssen Millionen von Bakterien übertragen werden, die meisten sind harmlos außer Bakterien für Herpes, Pfeiffer-Drüsenfieber und Hepatitis B. HIV wird nicht übertragen! Gesundheitlich ist der Kuss meist sogar förderlich, da er durch Schlagbeschleunigung das Herz stärkt und das Immunsystem ankurbelt.

Wer den Internationale Tag des Kusses zu einem Überraschungskuss nutzen möchte, der sei gewarnt: Er kann strafrechtlich nach § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB als sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung geahndet werden. (06.06.2017)  😘

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Scharf und groß

Am 29. Juni 2017 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung einen neuen Buchstaben zur Welt gebracht: das Große ß oder das große scharfe ß oder das große Eszett. So sieht der Kleine bzw. Große in der Schriftart Linux Libertine aus:

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Das weicht optisch nicht sehr vom üblichen ß ab. Der Kleinbuchstabe für den stimmlosen s-Laut [s] entstand aus einer Ligatur aus s und z. Bei der Einführung des Buchdrucks wurden Druckschriften aus den damals geläufigen gebrochenen Schriften geschaffen, für die häufig auftretende Buchstabenkombination aus langem ſ und z mit Unterschlinge (ſʒ) wurde eine Ligatur-Letter geschnitten. Im heutigen standardisierten Gebrauch umfasst das deutsche Alphabet die 26 Grundbuchstaben des lateinischen Alphabets, die drei Umlaute (ä, ö, ü) sowie das Eszett (ß).

Da es im Deutschen kein ß als Wortanfang gibt, ist eine großes ß nur bei Druckschrift (Versalien, Kapitälchen) notwendig. Wer den Familiennamen Geißler trägt, möchte nicht unter einem Grabstein mit eingemeißeltem GEISSLER liegen. Zudem erweckt die Kombination SS im Deutschen keine guten Assoziationen (03.07.2017).

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Fotzköpfe

Jena

Gefunden von meinem Street-Scout in Jena (zum Vergrößern ins Blick klicken). Foto: Wolfgang Scherer (26.06.2017)

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