Banksy

Dass der Sprayer für seine Arbeiten und Projekte Geld braucht und auch angenehm leben möchte, dafür habe ich Verständnis. Trotzdem ärgert es mich, dass seine Werke jetzt in einer Münchner Galerie ausgestellt und zu Höchstpreisen gehandelt werden. Street Art gehört allen Menschen im öffentlichen Raum und nicht ein paar Wohlhabenden, die sich einen zertifizierten Siebdruck für eine sechsstellige Summe über die Couchgarnitur hängen. Street Art gehört an die Hauswand und Banksy hat seine Werke immer an symbolträchtige Wände gesprayt und die Motivwahl an den Ort angepasst.

Um seine Identität zu lüften, hat man kriminologisch ausgebildete Profiler auf ihn angesetzt, das finde ich irgendwie konsequent. Denn es ist eine Provokation, bei diesem Netz an Überwachungen unerkannt zu bleiben. Das kann ein Staat nicht auf sich sitzen lassen. Bisher ist der Täter aber noch nicht identifiziert (der SPIEGEL hat vorschnell vom „Tod eines Phantoms“ berichtet, Nr. 15, S.105). Der Galerist Dirk Kronsbein ist der Ansicht, dass sich hinter dem Pseudonym Bansky ein Kollektiv verbirgt, vielleicht ein weibliches, denn „die Orte an denen er seine Graffiti hinterlässt, sind ja über alle Erdteile verstreut. Das könne ein Einzelner gar nicht stemmen.“ (welt.de). (21.04.2016)

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