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Nulpe

Ein sonderbares Wort für einen Versager, Nichtskönner, Dummkopf. Als ich seine Herkunft ermitteln wollte, stieß ich sofort auf einen kleinen Artikel zum Stichwort „Nulpe“ in Wikipedia, es wird immer schwerer, etwas wirklich Originelles zu entdecken.

Sicher ist die Herkunft des Wortes nicht. Im Etymologischen Wörterbuch des Deutschen wird Nulpe als Weiterbildung von Null angesehen, es fehlt allerdings jeglicher Beleg für diese These. Wahrscheinlicher ist die Spur, die von den Gebrüdern Grimm ausgeht, diese weisen die Nulpe als Bezeichnung für eine Zigarre oder auch Tabakspfeife nach. Gesaugt wird nicht nur an einer Zigarre oder Pfeife, sondern auch an einem Schnuller, der als Nulp oder Nuppel bezeichnet wurde. Eine Nulpe wäre somit ein Mensch, der auf dem geistigen Stadium eines Kleinkindes stehen geblieben ist. (04.05.2019)

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Sumpfkrüge

Ein neuer Aufkleber an Tübinger Straßenlaternen. Abgebildet ist eine fleischfressende Pflanze, Heliamphora heterodoxa x nutans, der Sumpfkrug.

Ein Kollektiv aus Künstlern in Berlin hat sich den Namen der Pflanze gegeben, auf Facebook findet man das Bildchen als Erkennungszeichen. Foto: St.-P. Ballstaedt (30.04.2019)

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Murks, abmurksen

Beide Wörter haben denselben Stamm, aber was hat eine fehlerhafte Arbeit (Murks) mit dem Ermorden eines Menschen zu tun (abmurksen)?

Das Grundwort ist im 16. Jahrhundert ein Murk, ein abgebrochenes oder schlecht abgeschittenes Stück oder dann übertragen ein zurückgebliebener Mensch, im Diminutiv später ein Murkel. Bei den Gebrüdern Grimm findet man unter Murks noch die Bedeutung „kleiner, unansehnlicher, verdrießlicher mensch“.

In allen deutschen Mundarten gab es ein Verb in der Bedeutung  „zusammendrücken, zerdrücken, in unordentliche Stücke schneiden“: z. B. murken, murkeln, murggsen, morksen, murgkeln, murggelen. Immer spielt die Vorstellung des Zerbröckelns und Zerfallens eine Rolle. Jemanden abmurksen hat die Bedeutung „langsam und qualvoll töten“, z.B. durch Strangulieren, Zerquetschen oder Zerschneiden. (28.04.2019)

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Schwarzes Loch

Jetzt sind wir nicht mehr auf Science-Fiction-Filme angewiesen: Am 10. April 2019 wurden die ersten hochauflösenden Aufnahmen des Zentrums der Galaxie M87 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das erste Bild eines schwarzen Lochs ging durch alle Medien. Es wurde aus Radioaufnahmen eines Verbundes von Radioteleskopen berechnet, die über die ganze Erde verteilt sind. Die Software wurde von 30 Informatikern und Informatikerinnen am MIT entwickelt! Streng genommen sieht man gar nicht das Loch, denn es verschluckt alles, auch das Licht, sondern man sieht den Ereignishorizont, den Bereich um das Loch, den Ort ohne Wiederkehr: Materie, die hierher gelangt, wird vom Schwarzen Loch angezogen und verschlückt. Das Loch hat eine Masse von 6,5 Milliarden Sonnen!

Quelle: EHT Collaboration, Wikipedia Commons OTRS: https://www.eso.org/public/images/eso1907a

Das Bild ist kein Foto, sondern eine aus der Messung von Radiowellen berechnete Visualisierung. Dass es schwarze Löcher gibt, ist spätestens seit der Relativitätstheorie von Albert Einstein bekannt, aber sie existierten nur in Formeln und Berechnungen. Der Mensch ist ein sinnliches Wesen, er will auch Abstraktes sehen und deshalb ist das Bild als sichtbarer Beweis eine Sensation. Dies ist wieder ein Beispiel für den Siegeszug der Bilder als Erkenntnismittel in der Wissenschaft, nicht nur der Radioastronomie, sondern auch in der Computertomografie, der Luftbildarchäologie, der Elektronenmikroskopie in der Biologie. (18.04.2019)

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Bilderrätsel 5

Was zeigt dieses Foto? Zum Vergrößern ins Bild klicken. Auflösung im Kommentar. Foto: St.-P. Ballstaedt (16.04.2019)

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Urheberrecht

Am 13.5.2015 habe ich einen Beitrag „Horrorwittchen“ in meinen Blog gestellt, in dem ich ein Foto eines Grafitto verwendet habe, auf dem Schneewittchen mit gezücktem Messer auf die sieben Zwerge losgeht. Ziemlich genau vier Jahre konnte man das Foto anschauen, das ich nicht selbst gemacht, sondern ohne Lizenzüberprüfung übernommen habe, woher habe ich vergessen. Das war falsch, aber damals war ich noch blauäugig.

Am 10.04.2019 hat sich eine Kanzlei bei mir gemeldet, die die Ansprüche der dpa Picture-Alliance GmbH vertritt: Schadensersatz, Dokumentationskosten, Zinsen und Rechtsanwaltgebühren, insgesamt 375,88 Euro. Das ist viel für ein popeliges Bild, dass ich trotz Schadenersatzzahlung nicht weiter verwenden darf. In meinem Impressum weise ich darauf hin, dass ich Ansprüchen nachkomme, wenn sie mir gemeldet werden. Ich habe bisher ein Foto auf Wunsch entfernt, für ein anderes Foto dem Rechteinhaber die geforderten 50 Euro bezahlt. Ich hätte es bei meiner nichtkommerziellen Site fairer gefunden, die dpa hätte sich bei mir gemeldet, statt gleich die Juristen auf mich anzusetzen. Aber für beide ist das natürlich ein lukratives Geschäftsmodell. (13.04.2019)

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Paradekissen

Das Paradekissen gehörte vor allem auf dem Land zu jeder Ausstattung einer Braut: Ein Bezug mit Stickereien und oft auch den Initialen, das gestärkt zur Zierde auf das Kopfkissen gelegt wurde. Ein Abzählreim erinnert an diese Bettwäsche:

Steffen hat ins Bett geschissen,
gerade aufs Paradekissen,
Mutter hat’s gesehen
und du musst gehen.

Dekorativ, aber nie benutzt: ein Paradekissen. Foto:  St.-P. Ballstaedt (04.04.2019)

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Lektüre zur geschlechtergerechten Sprache

Gabriele Diewald & Anja Steinhauer: Richtig Gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben. Berlin: Dudenverlag.

„Der Not gehorchend nicht dem eignen Trieb“ habe ich mich noch einmal ausführlich mit geschlechtergerechten Formulierungen befasst. Meine Position bisher: Frauen müssen sprachlich sichtbar gemacht und gleichbehandelt werden, aber nicht auf Kosten der Lesbarkeit und Verständlichkeit. Jetzt liegt ein Ratgeber vor, der meines Erachtens diese Position perfekt umsetzt.  Die Lektüre ist aus zwei Gründen lesenswert: 1. Die Vorschläge – nicht Normen, wie die Autorinnen ausdrücklich betonen – sind sprachwissenschaftlich überzeugend begründet und nachvollziehbar. 2. Auf provokante Veränderungen der Sprache wird verzichtet, Lesbarkeit und Verständlichkeit bleiben immer im Blick.

Die Autorinnen sehen in der Aufhebung sprachlicher Diskriminierung „ein wesentliches Instrument beim Wandel hin zu mehr Gendergerechtigkeit“ (S. 7). Sie begründen diese Position so: „Sprache ist vom Denken geprägt und Sprache prägt das Denken. Zugleich ist Sprache die Grundlage jedes gesellschaftlichen Handelns. Damit ist Sprache und ihr Gebrauch ein entscheidender Faktor für die Realisierung von Gleichstellung. Und damit ist Gendern ein wesentliches Instrument zur Durchführung dieser Bemühungen“ (S. 7). Mit der Veränderung des Sprechens und Schreibens wird zwar z.B. noch keine Lohngerechtigkeit hergestellt, aber es wird ein neues Bewusstsein angebahnt.

Nachwort: Ich finde es nicht akzeptabel, dass bei Publikationen des Dudenverlags die Autorinnen und Autoren nicht auf dem Cover genannt werden, sondern erst auf der inneren Titelseite auftauchen. (01.04.2019)

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Wunschbild

Diesen Aufkleber habe ich in einem alten Haus an der Tür zur Bühne (schwäbisch für Dachboden) gefunden. Ich weiß weder wie alt er ist noch woher er stammt. Das Bild zeigt die Wunschvorstellung einer glücklichen Familie: Mutter, Vater und das Töchterchen, eingerahmt von einem Weihnachtsbaum und einem Halbkranz von Blüten. Sie schön kann das Leben sein! (26.03.2019)

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Lächerliche Sprachgebilde

Der um die Sprache sehr besorgte  Verein Deutsche Sprache hat einen Aufruf zum Widerstand in die Welt geschickt: „Schluss mit dem Gender-Unfug“ (https://vds-ev.de). Ein Argument: Das Gendern bringe „eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde“ hervor. Aber warum sind Wörter wie „die Radfahrenden“ oder „die Studierenden“, die als Beispiel angeführt werden, lächerlicher als z.B. „Abfertigungsanlage“ oder „Urinalreinigungsmittelverbrauch“?

Werfen wir einen Blick zurück auf das Deutsch, wie es anno 1774 J. W. von Goethe in seinem Roman „Die Leiden des jungen Werther“ geschrieben hat. Einige Formulierungen daraus:

Wenn das liebe Thal um mich dampft […] und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräsgen mir merkwürdig werden. Wenn ich […] die Gestalten all der Würmgen, der Mückgen […] das Wehen der Allliebenden […] Die Kühle des Orts, das hat so was anzügliches, was schauerliches […] Ich bin in Verzükkung […] Ich saß ganz in mahlerische Empfindungen […] um weis Brod zu holen, und Zukker […] theils wegen dem Gegensazze.

Sehen und klingen manche Wörter nicht sehr merkwürdig, ja geradezu albern? Das oft bemühte ästhetische Argument gegen eine Sprachneuerung beruht allein auf dernGewohnheiten in den Köpfen der Kritiker. (23.03.2019)

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