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Duschvorhang

Ein missachtetes Accessoire der visuellen Kultur ist der Duschvorhang als flexibler Sicht- und Spritzschutz. Früher schlicht durchsichtig oder milchig, wie der wohl berühmteste Duschvorhang im Film „Psycho“, strahlen die heutigen Dessins Frische und Lebensfreude aus. Es dominieren Blau und maritime Motive wie Fische, Muscheln, Tropfen, Wellen. Der Duschvorhang ist meist aus Kunststoff-Folie, nur gehobene Warmduscher leisten sich einen imprägnierten Textilvorhang. Vorsicht vor billigen Plastikvorhängen: „Grundsätzlich entsteht laut Bernoulli ein Strömungseffekt der während dem Duschen ein Unterdruck in der Dusche erzeugt und den Duschvorhang zum fallenden Wasser hinziehen kann, wenn dieser keine ausreichende Qualität besitzt. Allgemein bekannt ist das Phänomen als „am Körper kleben“ des Duschvorhangs.“ (17.07.2015)

Duschvorhang

Der Duschvorhang verleiht dem Badezimmer einen individuellen Charakter. Foto: St.-P. Ballstaedt

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Zum Gipfel

Für den G7-Gipfel auf Schloss Elmau am 7./8. Juni wurde eigens ein Logo in Auftrag gegeben. Es zeigt sieben farbige Streifen, die sich auf einem Gipfel vereinen. Nachdem Putin aus dem illustren Kreis herausflog, musste ein Streifen entfernt werden, das Logo wurde nochmals überarbeitet. Es kostete 79 964 Euro und 43 Cent, aber das ist kein unverschämter Preis für einen Logo. Was man sich aber fragen darf: Macht es Sinn, für ein Quasseltreffen, bei dem außer Absichtsbekundungen und Bemühungszusagen nichts herauskommt, gleich ein Logo zu entwerfen? Das Treffen hat etwa 360 Millionen Euro gekostet (Bund der Steuerzahler), da fällt diese grafische Petitesse nicht sonderlich ins Gewicht. Immerhin wurde das Logo mehrfach verwendet, z. B. auch beim Außenministertreffen am 14./15. April in Lübeck. Es eignet sich in seiner optimistischen Botschaft offenbar für jede Zusammenkunft von Politikern. (16.07.2015)

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Auf verwinkelten, aber bunten Wegen gemeinsam zum Gipfel der Einigkeit. Quelle: Wikimedia Commons

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Antikampagne

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Aufkleber in Tübingen, der eine sehr erfolgreiche Kampagne persifliert, die seit 1999 mit Anzeigen Aufmerksamkeit erregt. Am Rande: Die Regionalwerbung mit dem Claim wurde von der Agentur Scholz-&-Friends zuerst Sachsen angeboten, aber dort abgelehnt. Foto: St.-P. Ballstaedt (15.07.2015)

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Gralssucher

An der Bronze-Plastik von Anne-Katrin Altwein (2002) zwischen Unibibliothek und Hegelbau bin ich bisher unachtsam vorbeigelaufen. Jetzt habe ich sie entdeckt und mit dem Smartphone fotografiert (bevor die Panoramafreiheit aufgehoben wird). Die Plastik erinnert zuerst an Don Quichotte, die Künstlerin schreibt dazu:

„Einer ist schon lange reitend unterwegs, vielleicht seit vielen hundert Jahren. Seine Beine sind schon nicht mehr erkennbar. Die Hand ist weg, sie scheint dem Stab verwachsen. Einst war er ausgezogen, den Heiligen Schatz zu finden. Das Tier ist ein Geschöpf mit Blick fürs Detail, für das Essbare am Wegesrand. Es weist auch Merkmale eines Schwanes und einer Frau auf. Bewaffnet- mit dem Stab verwachsen, ziehen beide weiter, immer Ausschau haltend nach dem Schatz. Sie sind unverdrossen, hoffnungsfroh und verstohlen hilflos. Aber: Diese Aufgabe war nun einmal übernommen worden.“ (13.07.2015)

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Parsifal zwischen den Wissenschaften. Wie so oft habe ich Probleme mit den Interpretationen von Künstlern über ihr eigenes Werk. Foto: St.-P. Ballstaedt

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Zeichen

Schriftzeichen

Dieses Zeichen habe ich an einer Tübinger Hauswand gefunden, weiß aber nicht , ob es ein chinesisches Schriftzeichen ist und was es bedeutet. Foto: St.-P. Ballstaedt (11.07.2015)

Nachtrag: Ein Kenner der chinesischen Schrift bestätigt: „Nein, ein Zeichen mit chinesischer Herkunft stellt es nicht dar.“ Er hält es für einen Tag mit chinesischem Touch. (14.07.2015)

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Charlie Hebdo

Eine Ausstellung mit Karikaturen aus Charlie Hebdo ist wohl zu riskant, aber auf eine Online-Präsentation kann man keinen Anschlag verüben (nur einen islamistischen Hacker ansetzen). Das „caricatura museum frankfurt – Museum für Komische Kunst“, die „Caricatura – Galerie für Komische Kunst“ in Kassel, das „Cartoonmuseum Basel“ und das Museum „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ in Hannover zeigen Zeichnungen und Texte zu den Themen Religion, Gesellschaft, Politik. Sie sind teilweise recht deftig und spiegeln die Tradition des Laizismus in der Französischen Republik. Ein gesetzliches Verbot der Blasphemie gibt es seit 1789 nicht mehr.

Es gibt auch eine digitale Ausgabe von Charlie Hebdo: Bei iTunes ist sie in der Kategorie Nachrichten eingeordnet. Wer die App herunterladen möchte, muss mindestens 17 Jahre alt sein. Die Begründung: Häufiger und stark ausgeprägter Gebrauch von Alkohol, Tabak oder Drogen bzw. Verweise hierzu, sexuelle Inhalte oder Nacktheit sowie obszöner oder vulgärer Humor. (09.07.2015)

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Im digitalen Museum: von Coco (Corinne Rey), Sarkozy, der Wiedergänger, Nr. 1162, 2014. Foto: St.-P. Ballstaedt

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Lokal ohne Namen

Fuck    L.o.N.

 

Ab 2000 etwa zwei Jahre lang meine Stammkneipe in Buer: das „Lokal ohne Namen“ (L.o.N.), unter Insidern liebevoll „Fuck“ genannt und mit diesem Stencil gekennzeichnet. Foto: St.-P. Ballstaedt (08.07.2015)

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HKS 13, HKS 14

Firmen können sich Logos schützen lassen und wenn eine Farbe dabei ist, dann ist auch die konturlose Farbe als Marke eintragbar. So haben die telekom ihr Magenta , Milka das Lila, die Deutsche Post ihr Gelb und die Sparkasse ihr Rot als Farbmarke eintragen lassen. Das geht, wenn die Firma nachweisen kann, dass eine große Mehrheit der Verbraucher (etwa 70%) mit der Farbe eindeutig die Firma assoziiert. Die spanische Santander Bank benutzt auch ein Signalrot im Logo und hat beim Bundespatentgericht auf Löschung der Farbmarke der Sparkasse geklagt und Recht bekommen. Sie will jetzt vor den Bundesgerichtshof in Revision gehen.

Nach dem HKS-Farbsystem, das eigentlich für die Farbwiedergabe auf Papieren entwickelt wurde, verwendet die Sparkasse HKS 13, die Santander Bank HKS 14. Der Unterschied ist minimal und die meisten Verbraucher würden ihn gar nicht wahrnehmen. Zudem lassen sich HKS-Farben nur annähernd durch RGB-Farben oder CMYK-Farben wiedergeben. Der Mensch kann etwa 2 Millionen Farben unterscheiden, es können also noch viele Firmen zuschlagen und sich die Farben aufteilen. Hoffentlich wird dieser Unsinn durch das BGH gestoppt. (07.07.2015)

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Zwei verschiedene Farben, zwei unterschiedliche Slogans: „Wenn`s um Geld geht – Sparkasse “ und „Erfüllen Sie sich ihre Wünsche.“ Quelle. St.-P. Ballstaedt

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Gülle

Sie vegetieren in Massenställen und haben außer Fressen, Scheissen und Brunzen nichts zu tun. Die anfallende Gülle der armen Schweine landet über die Düngung als gesundheitsgefährdendes Nitrat ins Grundwasser und später ins Trinkwasser.

Gülle kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet ursprünglich „schmutziges Gewässer, Sumpf, Pfütze“. In der eingeschränkten Bedeutung als Ausscheidungen von Nutztieren oder dickflüssiges Gemisch von gegorenem Kot und Urin seit dem 16. Jh in der landwirtschaftlichen Fachsprache nachweisbar. (03.07.2015)

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Appetitliche Visualisierung zur Gefährdung unseres Trinkwassers. Quelle: campact

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Goethe

Vom 7.9. bis zum 16.9.1797 weilte Goethe in Tübingen. Er wohnte im Privatquartier beim Verleger und Buchhändler Johann Friedrich Cotta in der Münzgasse 15. Am 11.9. schrieb er an Christiane Vulpius (später seine Ehefrau): „Die Stadt selbst ist abscheulich, allein man darf nur wenige Schritte tun, um die schönste Gegend zu sehen.“ Am Nachbargebäude des Cotta-Hauses hat man sich für diese Äußerung gerächt. (02.07.2015)

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Das wohl am häufigsten fotografierte Schild in Tübingen neben dem Cotta-Haus (mit Klick vergrößern). Foto: St.-P. Ballstaedt

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