DDR-Sprache

Zum Tag der deutschen Einheit in allen Zeitungen ein Thema: Was für Unterschiede gibt es noch zwischen den alten und den neuen Bundesländern? Was die Sprache betrifft, so war die Zeit der DDR ein linguistisches Laboratorium: Es bildeten sich schnell neue Wörter für neue Lebensverhältnisse: Aufbettung, Sättigungsbeilage, Reisekader, Frauenruheraum, Ausreiseantrag, Wendehals.

Etliche Wörter dienten der Abgrenzung gegenüber dem Westen: Männertag (für Vatertag), Grilletta (für Hamburger), Krusta (Pizzaersatz), Jahresendprämie (statt Weihnachtsgeld). Die oft verspotteten Jahresendflügelpuppen hat es aber im Sprachgebrauch nicht gegeben, sie sind eine satirische Erfindung.

Einige Wörter wurden auch von den russischen Freunden entlehnt: Datscha, Kosmonaut, Kolchose, Dispatcher (eine englisches Fremdwort im Russischen).

Interessant ist das Schicksal der DDR-Wörter nach der Wende: In den Westen hat es keines geschafft. Im Web findet man zahlreiche Ossi-Wörterbücher, oft nur Sammlungen ohne sprachwissenschaftlichen Anspruch. Eine gute Übersicht bietet der Wikipedia-Artikel über Sprachgebrauch in der DDR. (03.10.2015)

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