Impfneid

Dass die COVID-19-Pandemie unseren Wortschatz bereichert hat, darüber habe ich schon geschrieben. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache hat inzwischen über 1000 neue und umgedeutete Wörter registriert, von „Alltagsmaske“ über „Nacktnase“ zu „Zoomparty“. Mein derzeitigen Lieblingswörter sind „Inzidenzshoppen“ und „verimpfen“. Aber woher kommt eigentlich das schöne Wort „impfen“.

Das Wort wandert aus dem Griechischen in das späte Lateinische ein und stammt aus dem Gartenbau: Einen Obstbaum impfen, das bedeutet ursprünglich einen Ast aufpfropfen (lat. imputare einschneiden). Und wie kommt es zur medizinischen Bedeutung? 1717 werden in England erstmals künstliche Blattern erzeugt, um Abwehrstoffe gegen diese Krankheit zu erzeugen. Dieses Verfahren, „ingrafting“ oder „inoculation“ genannt, wurde als „einimpfen“ ins Deutsche übersetzt. (10.03.2021)

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