Sonderforschung

Nach zwölf Jahren verabschiedet sich der Sonderforschungsbereich 833 „Bedeutungskonstitution“ an der Universität Tübingen. In zahlreichen Projekten wurde untersucht, wie Bedeutungen gesprochener Sprache zustandekommen, denn diese hängen nicht nur von Wörtern und Sätzen allein ab, sondern auch vom sprachlichen Kontext und zahlreichen andere kognitiven und kommunikativen Bedingungen.

Ganz zum Schluss hatte die junge Psycholinguistin Thanh Lan Truong die Idee für ein wirklich aktuelle Studie: Das Sprechen hinter einer Mund-Nasen-Maske. Der theoretische Hintergrund: Im Gespräch achten wir auf die Bewegungen von Mund und Lippen. Das sind paralinguistische Zeichen, die zum Verstehen einen Beitrag leisten. Fallen sie aus, dann sollte das Verstehen beeinträchtigt werden. Die Wissenschaftlerin ließ Personen mit und ohne Maske Sätze mit nicht voraussehbarem Inhalt sprechen und spielte die Videoaufnahmen 40 Versuchspersonen vor. Tatsächlich waren Verstehen und Behalten beim Sprechen unter der Maske signifikant schlechter. Allerdings kann man den Befund nicht allein auf die ausgefallene Mimik zurückführen, denn eine Maske filtert auch bestimmte Frequenzen heraus, die das Verstehen beeinträchtigen können.

Die praktische Relevanz ist nicht gerade überraschend: Wer eine Maske trägt, der sollte besonders langsam und deutlich sprechen und das Gesagte mit Gesten unterstreichen.

Am Dienstag, den 2.3.2021 um 18:00 Uhr stellt die Wissenschaftlerin Ihre Studie vor: Thanh Lan Truong & Andrea Weber: “Welche Auswirkungen haben Gesichtsmasken auf das Sprachverstehen?” Anmeldung unter uni-tuebingen.de/de/203002 (27.02.2021)

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