Trullala

Singsilben sind ein Segen für Texter, denen keine Zeile mehr einfällt, und für Sänger, denen der Text abhandengekommen ist. La-la-la oder Tra-la-la sind Universalplatzhalter und erfreuen auch die Kehlen der Sänger, da keine Konsonanten das Schwingen der Stimmbänder behindern. Der Kasper meldet sich mit einem fröhlichen Tri-tra-trallala und dem Spender steigt ein Trullala Trullala Trullala. Singsilben sind im Volkslied und Schlager beliebt, da man sie leicht mitsingen kann: Ein Vogel wollte Hochzeit machen, fi-di-ra-la-la, fi-di-ra-la-la, fi-di-ra-la-la-la-la. Oder: Auf der schwäbsche Eisenbahne, tru-la-tru-la-tru-la-la. Auch in der Oper sind Singsilben beliebt, z.B. trällert der Barbier von Sevilla in seiner ersten Arie:

La ran la le ra, la ran la la.
Largo al factotum della città!
La ran la la, ecc.

Die onomatopoetischen, d.h. lautmalenden Verben „trallern“, „trillern“ oder „trällern“ bedeuten nach den Brüdern Grimm „eine Melodie ohne Worte singen“. Tonsilben sind in vielen Kultur bekannt, im Gesangsunterricht spielen sie eine wichtige Rolle. Die Zuordnung von Tönen zu Silben wird als Solmisation bezeichnet. Die Abfolge Do-re-mi-fa-so-la-ti-do gibt es ab Mitte des 17. Jahrhunderts, verbunden mit bestimmten Handzeichen. (28.09.2018)

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