Kommunikationsstile

Die SPD hat in NRW Federn lassen müssen und jetzt werden die Gründe dafür gesucht. Eine Ursache wird in allen Zeitungen genannt: Die suboptimale Kommunikation des Bundeskanzlers Olaf Scholz: Er sei schmallippig, zurückhaltend, ängstlich, abwartend, reißt nicht mit, erklärt zu wenig, rede zu wenig emotional, sei teilweise schwer verständlich, wirke nicht überzeugend, komme insgesamt langweilig und sedierend rüber. Demgegenüber werden der klare Kommunikationsstil bei Annalena Baerbock und der nachdenkliche bei Robert Habeck gelobt.

Nun stellt sich die Frage, ob ein Kommunikationstraining oder ein/e Kommunikationsmanager/in da Abhilfe schaffen könnte. Man kann die Artikulation, die Körpersprache, die Rhetorik in Grenzen sicher verändern, aber bleibt man dann noch authentisch? Oder wird man zum Schauspieler, der ein antrainiertes Verhalten präsentiert? Man sollte nicht vergessen, dass der Stil von Scholz vor nicht allzu langer Zeit noch als Besonnenheit und Unaufgeregtheit durchging. Zudem sind jetzt wichtigere Probleme zu diskutieren und Entscheidungen zu fällen, als die Zeit mit Kommunikationsübungen zu verbringen. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass unterschiedliche Persönlichkeiten auch unterschiedliche Kommunikationsstile haben, die sich vielleicht mit zunehmenden Anforderungen verändern, aber nicht schlicht abtrainiert werden können. (17.05.2022)

One Response to Kommunikationsstile

  1. Max Steinacher 3. Juni 2022 at 23:23 #

    Besser zu wenig als zuviel gschwätzt

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