triftig

Wer sich für Argumentationstheorie interessiert, der bekommt derzeit im Wahlkampf reichhaltiges Material geliefert. Dabei ist mir das Adjektiv „triftig“ aufgefallen, ein Argument ist triftig im Sinne von zwingend, stichhaltig, zutreffend. Wer das Wort einmal bewusst verwendet, der wird auf die Idee kommen, dass es etwas mit „treffen“ zu tun hat und das ist korrekt. „Triftic“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet dort „treffend, das Ziel nicht verfehlend“. Ein triftiges Argument verfehlt also nicht sein Ziel, den Gesprächspartner von einer Behauptung zu überzeugen.

Es gibt ein Substantiv „die Trift“, das bedeutet laut Duden „Weide“ und „Holzflößung“. Wie kommt es zu diesen beiden unterschiedlichen Bedeutungen? Sie leiten sich von „treiben“ ab, auf die Trift wird die Herde getrieben, ein Floß wird durch die Strömung getrieben. Als „Drift“ und „abdriften“ sind diese Wörter seit etwa 1900 in die gehobene Sprache aufgestiegen. (06.09.2021)

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