Historischer Humor 1

In einem Vortrag 1988 am Goethe-Institut in in München  habe ich mich damit beschäftigt, wie Witze funktionieren: Wie zündet die Pointe? Mich interessierten die kulturellen Voraussetzungen des Lachens. (Den Vortrag kann man unter Downloads herunterladen). Ausgangspunkt war meine Lektüre einiger Meggendorfer humoristischer Blätter vom Ende des 19. Jahrhunderts, die ich auf einem Flohmarkt erstanden hatte. Die Wort- oder Bildwitze konnte ich verstehen, aber fand sie nicht witzig. Ein ähnliches Erlebnis habe ich jetzt mit einem Witzheftchen aus den 60er-Jahren aus dem PABEL-Verlag: „SEXmal kurz GELACHT. Medizin für trübe Tassen“. Die Witze wirken flach und sind nur vor dem Hintergrund einer eher prüden Mentalität zu verstehen, bei der die Männer durch feminine Reize animiert werden. Die Bildwitze sind oberweitenlastig und die Sprachwitze behandeln bevorzugt das Fremdgehen. Die Adressaten des Witzheftchens sind eindeutig männlich. (03.07.2014)

Sexmal_gelacht

Sexmal_gelacht-Bildwitz2  Sexmal_gelacht-Bildwitz

Titelblatt und zwei Bildwitze aus „SEXmal kurz GELACHT. Medizin für trübe Tassen“ aus den 60er-Jahren.

3 Kommentare to Historischer Humor 1

  1. wolfgang scherer 22. Juli 2014 at 21:46 #

    😀

  2. wolfgang scherer 20. Juli 2014 at 12:47 #

    Gibt es eigentlich noch den Temmler-Kalender? Dieser war für uns ja in den frühen 60ern eine unerschöpfliche Quelle zur Entdeckung der Frau.

    • SP Ballstaedt 21. Juli 2014 at 8:57 #

      Hallo.
      trotz intensiver Recherchen habe ich nicht herausbekommen, ob es den Temmler-Kalender (seit den 20ger Jahren!) noch gibt. Die Sammlung meines Vaters wurde nach seinem Tod weggeworfen. In unseren Familien werden doch keine Sexwitze gelesen!
      spb

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