Narrenfreiheit

Mit Karneval habe ich nicht viel am Hut, deshalb war ich angenehm überrascht, als man für den Kölner Rosenmontagsumzug einen Motivwagen plante, der die Morde an der Charlie-Hebdo-Redaktion thematisiert: Ein Narr stopft seinen Stift in das Maschinengewehr eines Terroristen. Keine Provokation, sondern ein trotziger Hinweis auf die Macht der Bilder und der Meinungsfreiheit über Ideologien und Gewalt. Heute lese ich: Die Jecken haben den Wagen wurde zurückgezogen. Begründung des Komitees: „Der Karneval soll[…] nicht zu Sorgen führen – vielmehr wollen wir alle gemeinsam unbeschwert feiern“. Also setzt eure Kappen auf, singt, schunkelt und werft Karamellen, von der alten Narrenfreiheit ist nichts mehr übrig geblieben. (30.01.2015)

Kölner Karneval stoppt Motivwagen zu «Charlie Hebdo»

Der Entwurf für den geplanten Umzugswagen. Foto: Festkomitee Kölner Karneval.

Ein Kommentar zu Narrenfreiheit

  1. Max Steinacher 31. Januar 2015 at 23:18 #

    Meine Nase sagt, dass es aufregender stinkt, wenn Narren die Hosen voll haben. Zusammenfassend gesehen ist die Streichung sicherlich ein falscher Schritt in die richtige Richtung.
    Wenn es so weiterginge, jedes Jahr ein Wagen gestrichen, hätte man in einigen Jahren viel mehr Platz für singende und tanzende Menschen auf den Kölner Straßen. Also weiter so!

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