Ein schlichtes, aber eindrückliches Portrait an einer Hauswand in der Haaggasse in Tübingen. Foto: St.-P. Ballstaedt (11.11.2015)
Author Archive | SP Ballstaedt
Gedankengut
Mein Lieblingswort des November 2015. Es klingt heimelig und beruhigend, obwohl es nach Wortschatzerhebungen meist in eher beunruhigen Kombinationen gebraucht wird: rechtsradikales Gedankengut, faschistisches Gedankengut, rassistisches Gedankengut oder fundamentalistisches Gedankengut (in der linguistischen Fachsprache: signifikante linke Kookkurrenten). Das Substantiv „Gut“ bedeutet ursprünglich geistiger oder materieller Besitz, erhalten in der Wendung „Hab und Gut“ und in den Komposita Landgut, Saatgut, Stückgut usw. (07.11.2015)
Die 9. Kunst
Der Journalist und Schriftsteller Francis Lacassin prägte 1971 mit seinem Essay Pour un neuvième art: La bande dessinée den Ausdruck „Neunte Kunst“ für den Comic. Die Autoren und Autorinne müssen nicht nur eine Geschichte erfinden, sondern sie visuell und sprachlich auch umsetzten können. Bilderzählungen verbinden das Sehen in der Malerei mit dem Anschauen von Filmen und dem Lesen von Literatur. Für die Betrachtenden und Lesenden sind Comics durchaus kognitiv anspruchsvoll, denn zum Verstehen müssen die Weißräume zwischen den Bildern erschlossen werden. In manchen Intelligenztest (z. B. im AIT = Analytischer Intelligenztest) wird als Aufgabe verlangt, einzelne Bilder in eine narrative Ordnung zu bringen. Damit wird das Erkennen von Handlungs- und Sinnzusammenhängen überprüft!
Der 36. Astérix-Band „Le Papyrus de César“ ist erschienen, ich habe die französische Ausgabe gelesen, die Story ist in Ordnung, aber die running Gags sind doch vorhersehbar. Ich bewundere Zeichner und Texter, die unter den Argusaugen von Uderzo und der Nachlassverwalter von Goscinny arbeiten müssen. (05.11.2015)
Eine Szene des neuen Astérix auf Seite 10 spielt vor der Villa Rustica in Hechingen. Foto: Impressionen Hechingen. www.zollernalb.com
Mensch und Pass
Dieser Text wurde in der Tübinger Altstadt auf viele Mauern und Wände geklebt. Foto: St.-P. Ballstaedt (04.11.2015)
Die rote Fahne
„The people’s flag is deepest red“, sie weht auf einem Garagentor beim Finanzamt Tübingen. Foto: St.-P. Ballstaedt (03.11.2015)
Broken Windows
Zwei amerikanische Sozialforscher haben 1982 die Broken-Windows-Theorie entwickelt, eigentlich zur Erklärung der Verwahrlosung von Stadtteilen und der Entwicklung von Kriminalität, der aber mit einem plausiblen Theorem startet: Eine eingeschlagene Scheibe, ein Haufen Müll oder ein Graffito an einem Gebäude ziehen unweigerlich weitere Zerstörung, Ablagerung und Bemalung nach sich. Sie dienen als Zeichen, dass hier der öffentliche Raum nicht kontrolliert wird. (31.10.2015)
In jeder Großstadt zu beobachten: Die Häufung von Graffitis an bestimmten Gebäuden, links in Leipzig (Foto: Wolfgang Scherer), rechts in Gelsenkirchen (Foto: St.-P. Ballstaedt)
Kunst in der Natur
Goldener Oktober. Heute eine kleine Wanderung im Schönbuch von Waldenbuch zum Sulzbach-Stausee. Der Rückweg führt über einen Skulpturenradwanderweg „Kunst in der Natur“, auf dem z.B. folgene Installation zu bewundern ist. Ob es sich hier um Kunst handelt, interessiert mich nicht, aber muss man ein abgelegenes, schönes Tal mit derartigen Artefakten dekorieren? (28.10.2015)
Kunst in der Natur. Sie käme gut ohne sie aus. Foto: St.-P. Ballstaedt
Kryptische Botschaft
Etliche Mitteilungen im öffentlichen Raum haben nur wenige oder sogar nur einen Adressaten, für andere bleiben sie unverständlich: am Schimpfeck in Tübingen Foto: St.-P. Ballstaedt (26.10.2015)
Sauerei
Derartige Sauen sind an zahlreichen Hauswänden in Tübingen zu finden. Sie sind erstaunlich gut gestaltet. Foto: St.-P. Ballstaedt (25.10.2015)
Stinkefinger
Das Semester hat begonnen und es tauchen neue Aufkleber und Stencils auf den Straßen auf, z.B. dieses frische Statement gegen die NATO. Foto: St.-P. Ballstaedt (24.10.2015)









