Archive | Aktuell

Mona Liesl

Wie man gleich mehrere Elemente der visuellen Kultur verwursten bzw. verkäsen kann, zeigt das Produktdesign der Demeter-Käserei „Monte Ziego“, die vor allem auch Ziegenkäse herstellt. (09.06.2014)

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Die Mona Lisa als Milchkuh mit Bollenhut nicht vor toskanischer, sondern vor schwarzwälder Landschaft. Foto: St.-P. Ballstaedt (nach Genuss eines Camembert)

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E-Zigaretten-Rauchverbot

In einem Studienzentrum in Bochum habe ich erstmals ein Rauchverbotsschild für E-Zigaretten gesehen. Die ISO (International Standards Organisation) begann 2011 mit der Harmonisierung von Sicherheitspiktogrammen aus Ländern in aller Welt. Es entstand ein globales System, die ISO 7010, das laufend aktualisiert wird. Hier das E-Zigaretten-Verbotsschild der Firma Brady, die sich auf normenkonforme Sicherheitszeichen spezialisiert hat. (08.06.2015)

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„Das neueste Sicherheitsschild in unserem Sortiment, ein Verbotsschild für E-Zigaretten, ist ein Paradebeispiel für die Innovation und die vorausschauende Mentalität von Brady“. Quelle: Brady.

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Manipulation mit Bildern

Dass mit Bildern gelogen und manipuliert wird, ist wahrlich keine neue Erkenntnis.

Aktuelles Beispiel: Russland hat die Satellitenfotos manipuliert, die als visuelle Argumente zeigen sollten, dass der Flug MH17 von Ukrainern abgeschossen wurde. Methode: Retusche und Bildbearbeitung (Photoshop). Eine alte Aufnahme wird aufgehellt und kontrastverstärkt, es kommen ein paar Wolken dazu und vor allem werden Flugabwehrraketen hineinmontiert.

Frecher ist eine andere Methode: Interpretation. Man erinnere sich an die Rede des amerikanischen Außenministers Colin Powell vor dem Sicherheitsrat, die er ebenfalls mit Satellitenfotos unterstützte. Sie zeigten angeblich den Besitz von Massenvernichtungswaffen im Irak. Bei den üblichen Unschärfen dieser Bilder kam die Sehanleitung sehr gelegen und war erfolgreich: Der Irakkrieg konnte beginnen.

Und noch eine dritte Methode: Ausschnittwahl. Die Fotos des Charlie-Hebdo-Trauermarschs in Paris gingen um die Welt: Staats- und Regierungschefs verschiedenster Nationen führen Arm in Arm den Demonstrationszug an. In Wirklichkeit hat man das Foto in einer abgesperrten Nebenstraße aufgenommen und nur durch den Ausschnitt den Eindruck der machtvollen Solidarität erzeugt. (04.06.2015)

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Pressefoto und Aufnahmesituation bei der Charlie-Hebdo-Demo. Quelle. Twitter

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Sirrende Gurke

Dieser dadaistische Spruch auf einer Tübinger Hauswand wurde bereits am 7.11.2009 von Agios Fonasontas aufgenommen und ins Web gestellt und der Anschrieb existiert heute noch. Allerdings zeigt ein Schriftvergleich, dass der Spruch erneuert wurde, trotz Überwachungskamera. (29.05.2015)

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Die Verben „sirren“ und „haspeln“ stehen übrigens im Duden. Aktuelles Foto: Max Steinacher.

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Dissen

Das Verb kommt aus dem Amerikanischen (to diss = beschimpfen, verächtlich machen) und ist ein Kunstwort aus dem lateinischen und englischen Präfix dis-, das eine Verneinung, ein Nichtvorhandensein oder das Gegenteil ausdrückt (im Deutschen z.B. diskreditieren, diskriminieren). Dissen bedeutet, einen Menschen oder eine Gruppe in jeder Weise verneinen, verächtlich machen, beschimpfen, beleidigen usw. Das Verb ist über die Hip-Hop-Sprache nach Deutschland eingewandert. Heute habe ich es im Sportteil der Frankfurter Rundschau gefunden. (26.05.2015)

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Bodywear

Unter der Überschrift „Aufmerksamkeit“ habe ich schon einmal ein Werbemotiv des Wäscheherstellers Mey präsentiert, das die Agentur Jung von Matt entworfen hat. Jetzt habe ich noch eines entdeckt, dessen Mehrdeutigkeit und Text-Bild-Komplementarität erotisch und frech daherkommt. Die abweichende gRoß- uNd KleInSchREibUng ist als Eyecatcher nervig und überflüssig. (25.05.2015)

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Warum Frauen sich so oft in einen Arsch verlieben. Quelle: Jung von Matt

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Roter Stern

Der fünfzackige rote Stern ist ein Symbol für die sozialistische bzw. kommunistische Weltanschauung und für die internationale Arbeiterbewegung, jeder Zacken steht für einen Kontinent. Die RAF hat ihn als Kombination mit einem Maschinengewehr als Logo benutzt. In der gefundenen Variante ist nicht gut erkennbar, ob ein männlicher oder ein weiblicher Revolutionär mit der Faust den Stern durchbricht. Auch die linksextremistische Rote Zora hat den fünfzackigen Stern im Logo. (23.05.2015)

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Ein Dreigestirn am Parkhaus am Stadtgraben in Tübingen. Foto: St.-P. Ballstaedt

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Brunzen

Das Wort, dass in mir die Vorstellung eines dampfenden Strahls aufruft, ist im Duden als „landschaftlich derb“ gekennzeichnet. Als es etwa im 15. Jahrhundert aufkam, war es aber ein normales, anständiges Wort für den Vorgang des Urinierens. Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird es ausführlich behandelt, auch mit seinen lexikalischen Derivationen: der Brunz für Urin oder der Brünzel für den Penis. Aber schon damals hatte das Wort einen Bedeutungswandel erfahren hin zu einem umgangssprachlich ordinären Wort. Dieser Vorgang wird Pejoration genannt, es hat auch andere Wörter getroffen wie Weib, Pfaffe, Visage usw.

Beim Stichwort „brunzen“ fühlen sich die Gebrüder Grimm zu einer Verteidigung dieser Wörter aufgerufen, weil ein Kollege Johann Christoph Adelung sich mit derartigen Wörtern nicht abgeben wollte: „Adelung sieht wol ein, dasz dieses wort anfangs ein anständiges war, allein es sei mit allen seinen Ableitungen nunmehr schon lange dem niedrigsten pöbel preisgegeben worden, daher er sich nicht dabei aufhalten wolle, als wenn es nicht die pflicht der sprachforschung wäre, solchen wörtern, die herabgekommen sind nicht weil sie das Volk in ihrer natürlichen geltung festhielt, sondern weil die vornehme welt sie durch fremde, nichts sagende verdrängte und zuletzt vergasz, gleichsam die Ehre zu retten“ (Bd. 2, S. 442). Da haben die beiden recht: Was ist schon urinieren gegen brunzen! (22.05.2015)

 Brunzer Kopie

Kleiner Brunzer in einem Gemälde des flämischen Malers Gerard Horenbout (1510-20).

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1. Geburtstag

Am 21. Mai 2014 habe ich den ersten Beitrag über Leidbilder in meinem Blog veröffentlicht. Dieser Geburtstagsbeitrag ist der 226. Die Resonanz nimmt langsam zu, aber ein richtiges kommunikatives Medium ist der Blog bisher nicht: 73 veröffentlichte Kommentare, also nicht gerade ein Knotenpunkt im Web. Der Spamfilter war fleißig: 7.827 Kommentare hat er blockiert. 28 bösartige Anmeldeversuche wurden abgewehrt.

Meine Konzeption bleibt weiterhin, kommunikative Randbereiche unserer Gesellschaft zu thematisieren, vor allem oft Unbeachtetes ins Licht der der Aufmerksamkeit zu rücken. Bei einige Funden hatte ich keine Interpretation anzubieten, aber gehofft, dass mir Besucher zu Hilfe kommen, aber das war erst wenige Male der Fall. Es geht so weiter (21.05.2015)

Geburtstag

Herzliche Grüße an Norbert Schmitt. Foto: St.-P. Ballstaedt

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