Übernamen

Eine besondere Spielart des Humors sind Spitznamen und Kosenamen. Das Adjektiv „spitz“ bedeutet ursprünglich „schmal zusammenlaufend und in einem stechenden Punkt endend“. Übertragen bedeutet das Wort „verletzend“ und „anzüglich“. Seit dem 17. Jh. gibt es das Wort Spitz- oder Spottnamen, die meist eine persönliche Eigenschaft einer Person aufspießen. Oft abwertend („Lügenbaron“ für Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg), es gibt allerdings auch positiv konnotierte (“Häuptling Silberzunge“ für Kurt Georg Kiesinger)und ambivalente Spottnamen („Mutti“ für Angela Merkel). Politisch korrekt sind die karikaturhaften Bezeichnungen selten.

Das gilt auch für Kosenamen, die zwar vorwiegend eine positive Konnotation haben wie die gebräuchlichen Namen „Schatz“ oder „Engel“. Aber „Mäuschen“, „Baby“, “Hasi”  oder „Spatz“ sind zwar positiv gemeint, aber nicht gerade emanzipatorisch. „Knutschkugel“ oder „Pupsbär“ sind originell, aber verweisen auf persönliche Vorlieben, die nur in einer Privatsprache kommunizierbar sind. Alle Formen von Wortspielereinen sind bei der Erfindung von Übernamen zu finden, Beleidigungen sind oft nicht weit entfernt (“Rumsauer” für Peter Ramsauer als Verkehrsminister).

Ein Buch über Spitznamen hat ein Liturgiewissenschaftler (!) vorgelegt: Guido Fuchs: “Vorwiegend heiter bis boshaft: Spitznamen in der Literatur. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2011. (03.07.2022)

One Response to Übernamen

  1. Max Steinacher 7. Juli 2022 at 22:12 #

    Gehört “Kartoffel” auch in dieses Umfeld?

Schreibe einen Kommentar

siebzehn − 1 =